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1 (1910) Anorganischer Teil
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Elektrolytische Dissoziation.

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auf Metalle in gleicher Weise beeinflußt. Ein weiteres Kennzeichender Säuren ist ihr saurer Geschmack und die Rotfärbung des blauenLakmusfarbstoffs. Auch diese Erscheinungen sind durch die Anwesen-heit des Wasserstoffs in den Säuren bedingt, wie sich leicht am Ver-balten der Salzsäure erkennen läßt. Versetzt man Salzsäure nach undnach mit Natronlauge, einer Auflösung von Natriumhydroxyd NaOHin Wasser, so nimmt der saure Geschmack ab und verschwindet schließ-lich ganz, um einem reinen Salzgeschmack Platz zu machen. Gleich-zeitig verschwindet auch die Fähigkeit zur Rotfärbung des Lakmus-papiers und die Flüssigkeit entwickelt mit Zink oder Magnesium nichtmehr Wasserstoff. Dampft man sie ein, so entweicht kein Chlor-wasserstoff, sondern es hinterbleibt ein festes Salz, Natriumchlorid,das sich durch den Vorgang HCl -f NaOH = NaCl -f- H 2 0 gebildet hat.Macht man den Versuch mit einer andern Säure, z. B. Bromwasser-stoffsäure HBr oder Schwefelsäure H 2 S0 4 , so treten dieselben Erschei-nungen ein, stets verschwindet die Fähigkeit zur Wasserstoffentwick-lung und zur Rotfärbung blauen Lakmuspapiers und der saure Ge-schmack, wenn der Wasserstoff der Säure durch Natrium oder einanderes Metall ersetzt worden ist. Hieraus ergibt sich aber auch, daßnicht jeder chemisch gebundene Wasserstoff die als Säurereaktionenbezeichneten Erscheinungen zeigt, denn das als Lösungsmittel dienendeund bei der besprochenen Reaktion entstehende Wasser zeigt sie nicht,und wir kennen eine sehr große Zahl von Wasserstoffverbindungen,z. B. Chloroform, Zucker, Paraffin, die sich ebenfalls ganz anders ver-halten. Der Wasserstoff muß sich also in den Säuren in einem be-sondern, und zwar für alle Säuren gleichen Zustande befinden, durchden das gleiche Verhalten aller Säuren hervorgerufen wird. Als Er-kennungsreaktion der Salzsäure, die sie von andern Säuren unter-scheidet, dient der weiße Niederschlag von Silberchlorid, den Silber-nitrat in ihr hervorruft. Diese Reaktion wird aber nicht nur durchfreie Salzsäure, sondern auch durch alle Metallchloride hervorgerufen(S. 85). Vergleicht man z. B. die Reaktionen des Silbernitrats mit Salz-säure, Natriumchlorid und Bariumchlorid:

HCl + AgN0 3 = AgCl + HN0 3 ,NaCl + AgNC-3 = AgCl + NaN0 3 ,BaCl 3 -f 2 AgNOa = 2 AgCl + BaN0 3 ,so erkennt man, daß sich, ebenso wie der Wasserstoff in allen Säuren,so das Chlor in allen Chloriden, einschließlich des Chlorwasserstoffs,ler als das Chlorid des Wasserstoffs betrachtet werden kann, iu ganzgleicher Weise verhält, in allen Fällen scheidet es sich mit dem Silberals Silberchloridi aus. Das Verhalten des Chlors in der wässerigenLösung der Chloride ist also unabhängig von dem Bestand-teil, an den es chemisch gebunden ist. Auch das gilt nur fürdie Chlorwasserstoffsäure und die davon abgeleiteten Salze, nicht aberjur alle Chlorverbindungen, denn z. B. das Chloroform und das Chloral-bydrat sind Chlorverbindungen, aus denen sich das Chlor nicht durchfeilbernitrat fällen läßt. Wie also der Wasserstoff in den Säuren, sonniß sich das Chlor in den gelösten Metallchloriden und der Salzsäurein demselben Zustande befinden, der ihr übereinstimmendes Verhaltenhervorruft.

Bringt man ein Stück metallisches Natrium in ein mit Chlorgas ge-lulltes Gefäß, so vereinigen sich die beiden Elemente unter Feuer-