Druckschrift 
Grundriss der anorganischen Chemie
Entstehung
Seite
50
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Nachweisweißen,Chlorsilber:

— 50 —

Chloride geben mit Silbernitrat einenin Ammoniak löslichen Niederschlag von

z. B. NaCl + AgNOs = AgCl + NaNOa

Brom.

Br. Atomg. 80. Mol. G. 160.

Historisches: 1826 von Baiard in Meersalzmutter-laugen entdeckt.

Vorkommen: Nie frei; in vielen Salzen als Begleiterder Chlorverbindungen, aber in viel geringerer Menge,namentlich als Bromnatrium im Meerwasser und inden Staßfurter Abraumsalzen, den auf denSteinsalzschichten liegenden Salzen.

Darstellung: Aus dem Bromwasserstoff durchBraunstein ganz analog dem Chlor. Man stelltbei dem Prozeß den Bromwasserstoff erst aus Brom-natrium und Schwefelsäure her und zerlegt ihn dannsofort.

NaBr + H2SO4 = HBr + NaHS0 44HBr + MnO-2 = MnBn + Br 2 + 2H2O.

Man erhitzt also Bromnatrium mit Braun-stein und Schwefelsäure.

Eigenschaften: Schwere, rotbraune Flüssigkeit vonfurchtbar erstickendem Geruch (ßpwjy.o? Gestank).3,18 mal so schwer als Wasser. Sdp. 60° C. Etwaslöslich im Wasser (Bromwasser), leicht in Ätherund Schwefelkohlenstoff.

Verwendung: Als Desinficiens. Bromverbindungenals Schlafmittel. Ferner in der Photographie (Brom-silber). In der Farbstofftechnik (Eosin).

Nachweis: Silbernitrat fällt gelblich weißes Brom-silber, löslich in Ammoniak. Bromverbindungen gebenmit Chlorwasser Ausscheidung von Brom, das sich inSchwefelkohlenstoff mit brauner Farbe löst.