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Mikroskopische und mikrochemische Untersuchung der Harnsedimente : mit 17 Taf. u. 13 Abb.
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Zellen im Harne selbst dann, wenn sie zu Membranen vereinigt sind, darfjedoch zu einer Diagnose auf Karzinom oder dergleichen nicht Ver-anlassung geben, da bei katarrhalischen Prozessen sehr häufig auch solcheEpithelien gefunden werden, welche sich von den Karzinomzellen fastgar nicht unterscheiden lassen.

Bei der Tuberkulose des Harnapparates (ISTierentuberkulosc)erscheinen zuweilen in dem Harne graugelbe, leicht zerbröckelnde Massen,welche Konglomerate von Epithelien, Blut, Eiterzellen sowie von fettigemDetritus darstellen. Solche sind auf Tuberkelbazillen zu prüfen, derenBefund über die Natur dieser Massen eine sichere Auskunft erteilt.

Spermatozoiden [Samenfäden]. (Tafel VIII.)

Diese sind im Harne keine seltene Erscheinung und das vereinzelteAuftreten derselben darf keineswegs zur Stellung der Diagnose aufSpermatorrhöe verleiten.

Die Spermatozoiden bestehen aus einem eiförmigen, durch eigen-'tümlichen Glanz auffallenden Kopf von 3—4 [-i Länge und 2—3 |i Breiteund kurzem Mittelstück (Hals), an welches ein fadenartiges Gebilde von50 \i anschließt.

Frische Spermatozoiden bewegen sich sehr lebhaft, die abgestor-benen, wie sie eben im Harne vorkommen, sind ausgestreckt oder zeigenzu einer Schlinge gedrehte Schwänzchen und keine Eigenbewegung.

Die Form der Spermatozoiden, insbesondere der glänzende Kopf,ist so charakteristisch, daß sie mit keinem anderen Gebilde verwechseltwerden können.

Bei Einwirkung von Farblösungen färbt sich der rückwärtige Teildes Kopfes (Kern) intensiver als der vordere Teil und der Hals. DieSchwänzchen werden gar nicht gefärbt.

Man findet die Spermatozoiden im Harne häufig in Form von zu-sammenhängenden Fäden (Filamenten).

Corpuscula amylacea [Prostata amyloide] (Tafel VIII.)

sind im Harne ziemlich selten. Sie sind enthalten in der Vorsteherdrüseund gelangen von dort in den Harn.

Ihre Gestalt und Größe erinnert an Weizenstärkekörner. Sie sindgrob geschichtet und oft zerklüftet.