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Mikroskopische und mikrochemische Untersuchung der Harnsedimente : mit 17 Taf. u. 13 Abb.
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- 20 —Harnsaure Salze [Urate] (Tafel I.)

finden sich auch im Harne gesunder Individuen, besonders oft nacheiner größeren Anstrengung oder nach andauerndem Schwitzen.

Sehr oft sind sie im Harne in großen Mengen vorhanden als Ver-bindungen von Kalium oder Natrium mit Harnsäure.

Harnsaures Natrium und Kalium.

Beim Absitzen reißen sie auch die im Harne enthaltenen Farbstoffe(Uroerythrin, Urobilin) mit sich und bilden nicht selten einen reichlichenlehmfarbigen, rosenroten, fleischfarbigen oder ziegelroten Niederschlag,welcher schon in den ältesten Büchern als „Sedimentum lateritium"(later, der Ziegel) bezeichnet wird.

Harnsaure Salze zeichnen sich dadurch aus, daß sie sich in derWärme auflösen und nach dem Erkalten wieder ausscheiden. Auch inÄtzkalilösung werden die Urate aufgelöst und nach dem Ansäuern mitEssigsäure oder Salzsäure scheiden sich nach einiger Zeit kleine, zumeistviereckige oder wetzsteinförmige farblose Harnsäurekristalle aus.

Unter dem Mikroskop besteht harnsaures Natron (die häufigste derHarnsäureverbindungen) aus sehr kleinen, gewöhnlich farblosen Körn-chen, welche nicht selten zu moosartigen Gruppen zusammengehäuft undhie und da gelb bis bräunlich gefärbt sind.

Diese Körnchen ballen sich nicht selten zusammen oder inkrustierenandere Gebilde und erzeugen dann eine Art von unechten Zylindern(Natriumurat-Zylinder), sie unterscheiden sich jedoch von den echtenNierenzylindern durch ihre Löslichkeit in Salzsäure.

In Kristallformen ist das harnsaure Natron äußerst selten ge-funden worden.

Die Erdphosphate sehen unter dem Mikroskop den Uraten ähnlich,sind jedoch leicht dadurch zu unterscheiden, daß sie aus größeren Körn-chen bestehen und zu größeren Häufchen vereinigt sind als die Urate undin der Wärme sich nicht auflösen, sondern erst auf Zusatz von Essigsäure.

Die Urate sind ebenso wie die Harnsäure durch die Murexid-reaktion charakterisiert. Bei dem Eintritte der alkalischen Reaktionwerden sie in harnsaures Ammon verwandelt.

Harnsaures Ammon [Ammoniumurat] (Tafel II.)

kommt gewöhnlich in alkalischen, seltener in amphoteren Harnen vor.Die Formen des harnsauren Ammons sind höchst mannigfaltig.Gewöhnlich erscheinen sie in kleinen vereinzelten oder zusammen-gehäuften Kugeln, welche bräunlich, gelbbräunlich oder gelb gefärbtsind, nicht selten zu Walzen verbunden.