Durch. Ausschleuderung läßt sich mei-stens eine rasche Ausscheidung der imHarne vorkommenden Schwebekörper er-zielen, daher dieser Vorgang ganz allge-mein zu empfehlen ist, wo eine Zentrifuge(Abb. 2) zu Gebote steht, namentlich beiHarnen, welche beim einfachen Absitzennur spärliches Sediment erwarten lassen.Nach längerem Stehen, zirka 12 Stun-den, hat sich der Harn auch im Spitzglasevollkommen abgesetzt und man kann zurmikroskopischen Untersuchung schreiten.Es ist von Vorteil, zuerst mit einerschwachen, zirka lOOfachen Vergrößerungsich zu orientieren und dann erst mit einerstärkeren (300—400fachen), welche bis zurbakteriologischen Untersuchung ausreicht,durchzusuchen.
Aus der beifolgenden Tabelle sind dieVergrößerungen bei Anwendung derIleichertschen Mikroskope zu ersehen.
Zur Entnahme des Sedimentes wirdein dünnes Röhrchen oder eine Pipette, obenmit dem Finger zugehalten, in das Sedimentgetaucht, sodann der Finger abgehoben,worauf ein Teil des Sedimentes in dasFöhrchen dringt, dieses wird abermals mitdem Finger oben verschlossen und dasSediment wird nun auf ein Objektglas ge-bracht und mit dein Deckgläschen bedeckt.Man benütze möglichst große Deckgläschen und sorge dafür, daßan den Rändern derselben keine Flüssigkeit hervortrete.
Das nachträgliche Absaugen der überschüssigen Flüssigkeit mitFiltrierpapier ist nicht zu empfehlen, da hiebei sehr viel vom Sedimentemitgerissen wird.
Da die im Sedimente suspendierten Stoffe, je nach ihrem spezi-fischen Gewichte und nach ihrer sonstigen Beschaffenheit, bald in ober-flächlichen oder tieferen Schichten anzutreffen sind, so empfiehlt es sich,ein Präparat vom Boden, eines aus der Mitte und eines von der Ober-fläche des Sedimentes zu bereiten.
Mit der mikroskopischen kann eine mikrochemische Untersuchungder Sedimente Hand in Hand gehen. Es ist hiebei nötig, die Feagentienlängere Zeit einwirken zu lassen. Gewöhnlich läßt man einen Tropfender Flüssigkeit auf einer Seite des Deckgläschens zufließen und saugt
Abb. 2.
Zentrifuge.