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Die neueren synthetischen Verfahren der Fettindustrie : mit 19 Fig.
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Der Fetthärtungsprozeß.

borid und schreiben die Ursache der wasserstoffanlagernden. Wirkung dieserSubstanzen einer intermediären Bildung von BH 3 zu. Als besonderer Vorteildieses Verfahrens wird von den Erfindern die leicht durch Filtration zu be-wirkende Rückgewinnung des Katalysators hervorgehoben.

Daß außer der Vermittlung erprobter Katalysatormetalle sich auch unteranderen Umständen Wasserstoff an ungesättigte Fettsäuren anlagern läßt,geht aus einer Mitteilung von Dr. Bergius hervor, nach welcher es ihm gelang,Ölsäure in Gegenwart von Alkali und Wasserstoff bei 300 ° C und unter einemDruck von 30 Atm. glatt in stearinsaures Natron überzuführen 1 .

Die Eigenschaften der gehärteten Fette.

Durch die Anlagerung von Wasserstoff an die ungesättigten Fettsäurenerfahren die natürlichen Öle und Fette eine weitgehende Veränderung in bezugauf physikalische und chemische Eigenschaften.

Die Konsistenz der Fette ist von der Menge der darin enthaltenen flüssigen,also hauptsächlich ungesättigten Fettsäuren abhängig und läßt sich mithindurch Wasserstoffanlagerung abändern. Die je nach der Konsistenz in ihrenEigenschaften variierenden hydrogenisierten Fette verhalten sich bei ihrerVerwendung zur Seifenfabrikation jedoch nicht ganz wie die entsprechendenhalbfesten und festen Fette. Je vollkommener die Hydrierung ist, um so härterfallen die Seifen aus, um so geringer ist die zum Aussalzen notwendige Salz-menge 2 . Andererseits steht die Schaumfähigkeit bis zu einem gewissen Gradeim umgekehrten Verhältnisse zur Härte der Seifen, so daß der Verwendungharter Fette in dieser Hinsicht Grenzen gezogen sind. Die hydrierten Fettewerden mit verschiedenem Titer erzeugt und gehandelt. So z. B. zeigen dieGermaniawerke folgende Sorten an, die sie aus Tran herstellen:

AualyseiidatenJodzahl ....Verseifungszahl .Schmelzpunkt

Talgol Talgol extra Candelite Candelite extra

65 bis 70 45 bis 55 15 bis 20 5 bis 10

192 192 192 192

35 bis 37° 42 bis 45° 48 bis 50° 50 bis 52°

Ferner kommen in den Handel: Linolith aus Leinöl, Schmelzp. 45 bis55°, Coryphol aus Ricinusöl, Schmelzp. 81° usw.

Es hat sich nun gezeigt, daß Seifen aus hydrierten Fetten hergestellt,schwerer schäumen als solche aus Talg, selbst bei gleicher Jodzahl. Die Ur-sache ist einerseits darin gelegen, daß die Jodzahl kein ausreichendes Maßfür die Identität chemischer Zusammensetzung komplizierter Gemenge ver-schiedener Fettelemente ist, andererseits darin, daß die Hydrogenisierung,abgesehen von der Wasserstoffanlagerung, tiefgreifende Veränderungen inder Zusammensetzung des Reduktionsgutes hervorrufen kann. Eben darauf

1 Bergius, Zeitschr. f. angew. Chemie 1914, I, S. 524.

2 Crosfidd and Sons haben sich die Vorwondung hydrierter Öle zur Seifenherstellungschützen lassen (z. B. Engl. Pat. 13 042/1907; Französ. Patent 378 528) und gabenals Vorteil die Möglichkeit an, den so hergestellten Seifen einen größeren Harzzusatzeinverleiben zu können.