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Die neueren synthetischen Verfahren der Fettindustrie : mit 19 Fig.
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Der Fetthärtungsprozeß.

Metallüberzügen, benutzt werden, um eine glatte Angliederung des Wasser-stoffs an ungesättigte Körper zu bewirken.

Der Vorteil des Verfahrens besteht in der leichten Trennung der Kontakt-substanz von dem Reaktionsprodukt und in ihrer leichten Regenerierung,welche durch einfaches Ausglühen erfolgt. Weiterhin verliert die Kontakt -Substanz bei der Aufbewahrung nicht so sehr an katalytischer Wirksamkeit.

Die Operation wird in einem heizbaren aufrechten oder geneigten, innen mit Palla-dium überzogenen Rohr ausgeführt, das mit locker aufgerollten Palladiumschnitzelnoder mit Körpern, welche den gleichen metallischen Überzug besitzen, gefüllt ist. DasReduktionsgut und der Wasserstoff treten von oben ein, während der Innenraum desGefäßes auf eine Temperatur von 100 bis 170° C gebracht wird. Das Öl fließt völligoder teilweise mit Wasserstoff gesättigt unten ab. Der Prozeß kann kontinuierlichvor sich gehen, wenn man dafür Sorge trägt, daß Öl und Wasserstoff in Reaktionsver-hältnis zueinander treten.

Das Verfahren kann hauptsächlich angewandt werden, um schwer zu sät-tigende Fettkörper einer Vorbehandlung zu unterziehen, insbesondere dann,wenn Katalysatorgifte und andere Schädlichkeiten, welche der raschenHydrogenisierung entgegenstehen, beseitigt werden sollen. Die vorbehandel-ten Fettsubstanzen werden bei einer nachfolgenden Behandlung mittels feinverteiltem Katalysator rasch vollständig mit Wasserstoff gesättigt, wobeider Nickelkatalysator wenig angegriffen wird und länger wirksam bleibt. —

Um die Härtung der Fette durch Wasserstoff und Palladium in ununter-brochenem Betriebe durchführen zu können, hat die H. Schlinck & Co. A.-ü.in Hamburg ein Verfahren ausgearbeitet, welches durch die Beschreibun»;des D. R. P. 252 023 v. 31. Januar 1911 bekannt wurde 1 .

Hiernach wird das Öl in dünnster Schicht bei möglichst niedriger Tem-peratur, zwischen 50 bis 110° C liegend, über den Palladiumkontaktkörper inGegenwart von Wasserstoff, gegebenenfalls unter Druck durch eine Zentri-fuge, geführt (Fig. 18).

Der technische Prozeß selbst wird folgendermaßen geschildert: Das Öl und der Wasser-stoff werden in die oben geschlossene, heizbare Zentrifugentrommel a durch das Zufluß-rohr 6 eingeführt. In der zylindrischen Wandung der Trommel a sind Öffnungen an-geordnet, in welchen die lockere, mit niedergeschlagenem Palladium bedeckte Kontakt-substanz so augeordnet ist, daß sie bei der Schleuderbcwegung der Trommel das Ölnach außen durchtreten läßt, aber einen Reibungswiderstand für dasselbe bietet.

Das auf Asbest oder porösem Material fein verteilt niedergeschlagene Palladium wirdin den Öffnungen mittels Drahtgitter dergestalt befestigt, daß feine Kanäle, durch welcheda3 Öl und das Gas hindurchtreten können, freibleiben. Auch an der Seitenwandungder Trommel selbst kann Kontaktsubstanz angeordnet werden; auch diese bietet bei der•Sehleudcrbewegung einen Reibungswiderstand für den Inhalt. Die Trommel ist miteinem Doppelmantel umgeben, welcher eine Ausgangsöffnung c für den Wasserstoffund eine Ausflußöffnung d für das Öl bzw. für das flüssige Fett hat. — Die Zentrifugewird durch Dampf geheizt, welcher in ihren Doppelmantel geleitet wird; die Höhe derTemperatur im Innern kann durch entsprechenden Ein- und Austritt des Dampfesgeregelt werden. — Das Öl, welches in die Trommel a gelangt, wird durch Sehleudcr-bewegung durch die Seitenwandung der Trommel hindurchgetrieben, und hier, wo das

1 Vgl. auch Engl. Patent 8447/1911 und Amer. Patent 1 097 456 v. 19. Mai 1914 vonO. H. Maryott, Dallas.