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Der Fetthärtungsprozeß.
nicht reagierenden Partikelchen, somit eine kräftigere und raschere Wirkungals ohne solche Filter. Bei diesem Verfahren kann, je nach den Zusätzen,ferner der Anwendung von Kathoden oder Anoden oder wechselstromführen-der Elektroden, Reduktion, Oxydation oder Aufnahme von Hydroxylgruppenbzw. der Elemente des Wassers bewirkt werden.
Behufs Hydrierung mit elektrolytischer Wasserstoffentwieklung im Reaktions-gemisch selbst, bringt WielgolasH die wirkende Filterelektrode als Kathode, die andereElektrode als Anode in einem geeigneten Bad hinter einer Diaphragmawand an. — Dieumgekehrte Anordnung findet bei der Oxydation mit elektrolytischer Sauerstoffent-wicklung statt. •—■ Bei Anwendung des Verfahrens behufs Hydrolyse oder unter gleich-zeitiger Behandlung mit Wasserstoff und Sauerstoff mittels Elektrolyse von Wasser,werden beide Elektroden als Filterelektroden in einer Reihe seitlich nahe beieinanderangebracht, und zwar als parallele, isolierte, aber nicht durch isolierende Wände (wieGlasplatten u. dgl.) geschiedene Filterelektroden. Je zwei alternierende Elektrodenwerden mit dem einen Pol, die übrigen mit dem anderen Pol der Elektrizitätsquelle, dieentweder Gleichstrom oder Wechselstrom liefern kann, verbunden. Das Reaktions-gemisch strömt zwischen der Reihe der Filterelektroden hindurch, indem es erst diePoren der ersten Elektrode, darauf diejenigen der nächsten usf. passiert.
Die elektrisch leitenden Filterplatten können aus porösen Kohlenplatten, aus Gra-phitplatten, aus einzelnen oder zusammengelegten Metalldrahtstoffen, aus porösen oderdurchlochten Metallplatten, aus gut leitenden granulierten, auf einer geeigneten Unter-lage hergestellten Stoffen bestehen.
Reduktion ungesättigter Fettsäuren und ihrer Glyceride mittels Katalyse,a) Der Nickelkatalysator und dessen Verwendung.
Wenngleich die im vorigen Jahrhundert entdeckten, von Mitscherlich
und Berzelius begrifflich bestimmten katalytischen Reaktionen der chemischenIndustrie organischer Stoffe nie fremd waren (Fettspaltung, Herstellung derPhthalsäure, des Formalins, Halogensubstitution in Benzolderivaten usw.), soscheinen sie dennoch erst in neuester Zeit eine eigenartige bedeutende Epochein der chemischen Industrie zu begründen. Zweifellos haben die gegen Endedes vorigen Jahrhunderts von Sabatier und dessen Schülern vorgenommenenVersuche, durch welche gezeigt wurde, daß Nickel in außerordentlichemMaße befähigt ist, Wasserstoff katalytisch an ungesättigte Kohlenstoffver-bindungen anzulagern, zur Entwicklung dieses Teils der organischen Chemiebeigetragen. Sie haben es bewirkt, daß heute bei Reduktions- und Oxyda-tionsversuchen katalytische Reaktionen bevorzugt werden 1 .
Die Wasserstoffanlagerungen Sabatiers sind pyrochemische Reaktionen.Sie wurden z. B. in einem im Verbrennungsofen gelegenen Rohre aus schwerschmelzbarem Glase vorgenommen, das mit einer Schichte Bimssteinstück-chen beschickt war, welche ihrerseits mit Nickeloxydpulver bestäubt wordenwaren. Durchgeleiteter Wasserstoff reduzierte erst das Nickeloxyd bei 250 ° C
1 Vgl. über die Sabatierschen Reaktionen: Annales de chim. et de phys. 1905 (8),4, 319 (auch das Chem. Zentralblatt vom Jahre 1905 enthält eine Zusammenstellungdieser Arbeiten). — Über die Genesis der Sabatierschen Reaktionen sowie überhauptüber die modernen katalytischen Prozesse der organischen Chemie gibt der instruk-tive Vortrag: „Metalle als Katalysatoren in der organischen Chemie" von Ludwig Taub,Zeitschr. f. angew. Chemie 1910, Heft 4 eine gute Übersicht.