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Elftes Kapitel.
werden die vereinzelt auf dem Drüsenfeld ausmündenden Drüsen zueinem einheitlichen Apparat verbunden: es entwickelt sich eine Ein-richtung, die zum besseren Säugen der Jungen dient, nämlich einePapille oder Zitze, welche alle Drüsenausführgänge in sich einschließtund vom Mund des gesäugt werdenden Tieres umfaßt wird. Beim Men-schen beginnt ihre Entwicklung schon vor der Geburt (Oskar Schultze).Das vom Cutiswall umsäumte Drüsenfeld, das längere Zeit zu einerGrube vertieft war, flacht sich zuerst ab, bis es in einem Niveau mit derbenachbarten Haut liegt. Von dieser ist es infolge größeren Blutgefäß-reichtums und wegen der dünneren Beschaffenheit seiner Epidermisdurch eine mehr rötliche Färbung unterschieden. .Dann erhebt sichwährend des 1. Lebensjahres die Mitte des Drüsenfeldes mit den daselbstdicht beieinander zur Ausmündung gelangenden Ausführgängen (Duc-tus laetiferi) mehr in die Höhe und wird, indem sich noch glatte Muskel-fasern in größerer Menge in der Lederhaut anlegen, zur Saugwarze;die umgebende Hautstrecke, soweit sich an ihr keine Haarkeime anlegen,wird zum Warzenhof (Areola mammae). Im weiblichen Geschlechtgehen diese Umbildungen etwas frühzeitiger als im männlichen vor sich.
Bald nach der Geburt kommt es zu Veränderungen in dem nochspärlich ausgebildeten Drüsengewebe. Es tritt eine vorübergehende,mit größerem Blutandrang verbundene Anschwellung der Brustdrüsenein, aus welchen sich jetzt durch Druck eine geringe Quantität milch-artiger Flüssigkeit, die sogenannte Hexenmilch» auspressen läßt.Nach Kölliker hängt ihre Bildung damit zusammen, daß die ursprüng-lich solid angelegten Drüsengänge um diese Zeit eine Höhlung gewinnen,indem die zentral gelegenen Zellen verfetten, sich auflösen und, in einerFlüssigkeit suspendiert, nach außen entleert werden. Nach Unter-suchungen von Barfurth dagegen wäre die sogenannte HexenmilchNeugeborener das Produkt einer echten, vorübergehenden Sekretionund nach ihren morphologischen wie chemischen Bestandteilen der eigent-lichen Frauenmilch gleichartig.
Nach der Geburt bilden sich zwischen beiden Geschlechtern inder Beschaffenheit der Milchdrüse große Unterschiede aus. Währendbeim Manne das Drüsenparenchym in seiner Entwicklung stehen bleibt,beginnt es beim Weibe, besonders zur Zeit der Geschlechtsreife undmehr noch nach Eintritt einer Schwangerschaft, zu wuchern. Ausden zuerst angelegten Drüsenausführgängen sprossen zahlreiche, hohleSeitenzweige hervor, die sich mit hohlen, von einem einschichtigenZylinderepithel ausgekleideten Drüsenbläschen (Alveoli) bedecken. Gleich-zeitig entwickeln sich in dem Bindegewebe zwischen den einzelnenDrüsenläppchen reichliche Inseln von Fettzellen. Infolgedessen schwilltdie Gegend, an welcher sich der Milchdrüsenkomplex angelegt hat,zu einem mehr oder minder weit nach außen hervortretenden Hügel(der Mamma) an.
Repetitorium zu Kapitel XI.
1. Entwicklung des Zentralnervensystems. 1. Das Zentralnerven-system entwickelt sich aus dem zur Medullarplatte verdickten Bezirkdes äußeren Keimblattes, der sich zum Medullarrohr zusammenfaltet(Medullarfalte, Medullarrinne).
2. Am Medullarrohr verdicken sich [die Seitenwände, währendventrale und dorsale Wand dünn bleiben, in die Tiefe der vorderen
K.