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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Die Organe des äußeren Keimblattes.

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der Betrachtung stelle ich gleich den für die weitere Beurteilung derBefunde wichtigen Satz, daß jede Milchdrüse beim Menschen nichtein einfaches Organ, etwa wie eine Ohr- oder eine Unterkieferspeichel-drüse mit einem einfachen Ausführgang, sondern ein größerer Drüsen-'komplex ist. Ihre erste Anlage ist beim menschlichen Embryo am Endedes 2. Monats als eine auf der linken und der rechten Brustseite er-scheinende, erhebliche Verdickung der Epidermis (Fig. 366) beobachtetworden. Entstanden ist sie besonders durch eine Wucherung der Keim-schicht, welche sich als halbkugeliger Höcker (df) in die Lederhaut ein-gesenkt hat. Aber auch in der Hornschicht gehen später Veränderungenvor sich, indem sie sich verdickt und als Hornpfropf in die Wucherungder Keimschicht hineinragt. Gewöhnlich findet sich auf der Mitte derganzen Epithelanlage eine kleine Grube (g). Auf diese Weise wird früh-zeitig eine Hautstrecke abgegrenzt, welche sich später zum Warzenhofund zur Papille umgestaltet, und aus deren Boden erst die einzelnen,Milch liefernden Drüsen hervorsprossen.

Bei älteren Embryonen hat sich die als linsenförmige Verdickungerscheinende Wucherung der Epidermis nach der Peripherie vergrößertund dabei abgeflacht

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dw

(Fig. 367^/). NacJL&ißiaiwird sie zugleich schärferabgegrenzt dadurch, daßsich die Lederhaut ver-dickt und sich zu einemWall (Cutiswall dw) nachaußen erhebt,

Der ganzen Anlage,welche jetzt eine flacheEinsenkung (df) der Hautdarstellt, ist der NameDrüsenfeld gegebenworden. Es wachsennämlich frühzeitig ausdem Rete Malpighii desDrüsenfeldes solide

Sprossen (dg) in dieLederhaut hinein, in ähn-licher Weise, wie ananderen Stellen der Epidermis [die Talg- und Schweißdrüsen entstehen.Im 7. Monat sind sie schon sehr deutlich entwickelt und strahlen von dergrubenförmigen Vertiefung nach unten und seitlich aus. Bis zur Geburtnimmt ihre Zahl zu, und bedecken sich die größeren von ihnen mitsoliden, seitlichen Knospen (db). Jeder Sproß ist die Anlage einer Milchbereitenden Drüse, die sich mit einer besonderen Mündung auf demDrüsenfeld (df) öffnet.

Der Name Drüsenfeld ist ein recht passend gewählter, weiler an die ursprünglichen Verhältnisse der Monotremen eine Anknüpfungbietet. Bei diesen Tieren nämlich findet man nicht, wie bei den höherentwickelten Säugetieren, einen schärfer gesonderten, einheitlichenMilchdrüsenkomplex, sondern anstatt dessen eine etwas vertiefte, sogarmit kleinen Haaren versehene Hautstrecke, auf welcher einzelne kleineDrüsen verteilt sind, deren Sekret von den sehr unreif geborenen Jungenmit der Zunge aufgeleckt wird. Bei den übrigen Säugetieren dagegen

Fig. 367. Durchschnitt durch die Anlage derMilchdrüse von einem menschlichen weiblichen Em-bryo von 32 cm Länge. Nach Huss.

df Drüsenfeld, dw Drüsenwall, dg Drüsenausführ-gang, db Drüsenbläschen.