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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Die Organe des äußeren Keimblattes.

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Lederhaut hinein und werden zu den Haarzapfen (Fig. 362). Wenndiese sich darauf noch weiter verlängert haben, läßt sich an ihrem blindenEnde ein ähnlicher Vorgang wie bei der Entstehung der Zähne beob-achten. Am Grunde des Epithelzapfens geraten die Zellen der angrenzen-den Lederhaut in Wucherung (Fig. 363) und liefern ein zellenreichesKnötchen, das in das Epithelgewebe hineindringt. Es ist die Anlageder bindegewebigen und schon früh mit einer Gefäßschlinge versehenenHaarpapille (Fig. 364). Um den ganzen in die Tiefe gesenkten Haar-keim ordnen sich später die umgebenden Teile der Lederhaut immerdeutlicher zu besonderen, teils longitudinal, teils zirkulär verlaufendenFaserzügen an und stellen eine besondere, mit Blutgefäßnetzen ver-sehene Hülle, den Haarbalg, dar.

Im weiteren Verlauf der Entwicklung sondert sich der zapfen-förmige Haarkeim in drei Teile, 1. in das erste Haarspitzchen, 2. in dasKeimlager oder die Matrix für das Längenwachstum des Haares und3. in die Wurzelscheiden desselben (Fig. 364). Das Haarspitzchen ent-steht aus einem Strang zentral gelegener Zellen, die [in [einiger Ent-fernung von der Papille eine spindelige Form annehmen, sich zu einemkleinen Kegel vereinen und in platte Hornschüppchen umgewandeltwerden. Das Keimlager oder die Matrix wird von den Zellen geliefert,welche sich am Grund des Haarzapfens befinden und die Papille unmittel-bar überziehen. In Lehrbüchern der Histologie wird es gewöhnlich alsBulbus oder Zwiebel des Haares aufgeführt. Es dient zum Längen-wachstum des Haares. Denn in seinem Bereich bleiben die Zellen, so-lange das Haar wächst, protoplasmatisch und vermehren sich durchhäufig wiederholte Teilungen, wie die Epidermiszellen im Stratumcylindricum. Ein Teil von ihnen, der von der Papille abgedrängt wird,setzt sich von unten an den zuerst gebildeten Abschnitt des Haares anund dient zu seinem Längenwachstum, indem die EpithelzellenSpindelform annehmen und verhornen.

Das auf der Papille sich entwickelnde Haar liegt anfangs ganzin der Haut verborgen und wird ringsum von den oberflächlichen Epithel-zellen des Zapfens umhüllt. Aus dieser Umhüllung leiten sich die äußereund die innere Wurzelscheide her (Fig. 364). Von ihnen bestehtdie äußere aus kleinen, protoplasmatischen Zellen und geht nach außenin das Stratum cylindricum der Epidermis und am entgegengesetztenEnde in das Keimlager des Haares auf der Papille kontinuierlich über.Das Keimlager oder die Haarmatrix trägt daher sowohl zum Wachstumdes Haares, als auch zum Wachstum seiner Wurzelscheiden bei (Fig. 364).In der inneren Wurzelscheide nehmen die Zellen eine abgeplattete Forman und verhornen.

Infolge des von dem Keimlager ausgehenden Wachstums werdendie jungen Haare allmählich nach der Oberfläche der Epidermis zuemporgeschoben, beginnen beim Menschen am Ende des 5. Monatsnach außen hervorzubrechen und liefern schon an manchen Stellender Haut, wie namentlich am Kopf, einen ziemlich dichten Überzug.Wegen ihrer geringeren Größe und Feinheit, und da sie nach der Ge-burt bald ausfallen, werden sie als Wo 11 haar oder Lanugo bezeichnet.

Jedes Haar ist eine vergängliche Bildung von kurzzugemessener Lebensdauer. Es fällt nach einiger Zeit aus undwird durch ein neues ersetzt. Schon während des embryonalen Lebensbeginnt dieser Prozeß. Die ausfallenden Haare geraten dann in dasAmnionwasser, und indem sie mit diesem vom Embryo verschluckt

O. Hertwig, Die Elemente der Entwicklungslehre. 5. Aufl. 23