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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Elftes Kapitel.

Säugetieren findet die Vergrößerung der Nasenhöhle sogar noch weiternach rückwärts bis in den Körper des Hinterhauptbeins statt (Sinusoccipitalis). Dadurch, daß die Nebenhöhlen der Nase Knochensubstanzverdrängen, tragen sie natürlich auch zur Verringerung des Gewichtsdes Kopfskeletts bei.

Bei Besprechung der Geruchsorgane wäre jetzt auch noch jderEntstehung der äußeren Nase mit wenigen Worten zu gedenken.Die Nase entwickelt sich aus dem Stirnfortsatz und den als Nasen-fortsätzen unterschiedenen Teilen (Fig. 202, 338, 357) dadurch, daß diesesich aus dem Niveau ihrer Umgebung immer mehr erheben. Anfangsbreit und plump, wird sie später dünner und länger und gewinnt charak-teristische Formen. Die Nasenlöcher, die bei ihrer Anlage weit aus-einanderstehen, rücken in der Medianebene zusammen. Während ihrAbstand, wie His durch Messungen gezeigt hat, bei einem 5 Wochenalten Embryo 1,7 mm beträgt, verringert er sich bei einem 7 Wochenalten Embryo auf 1,2 mm und bei einem noch etw r as älteren auf 0,8 mm.Dementsprechend verdünnt sich der mittlere Stirnfortsatz und liefertdie Nasenscheidewand.

III. Die Entwicklung- der Haut und ihrergNebenorgane.'

Die Oberhaut des Menschen ist in den zwei.ersten Monaten derEntwicklung sehr dünn und besteht nur aus zwei einfachen Lagen vonEpithelzellen. Von diesen zeigt die oberflächliche Lage..abgeplattete,durchsichtige, hexagonale Elemente, die tiefe Lage dagegen kubischeZellen, so daß hierin schon eine Sonderung in eine Hörn- und eine Keim-schicht (Kete Malpighii) angedeutet ist. Bei manchen Säugetieren löstsich die oberflächliche verhornte Schicht im Zusammenhang ab undstellt dann um den ganzen Embryo eine Zeitlang eine Art von Hülledar, welche die hervorsprossenden Haare [bedeckt und 'daher Epi.-trichium oder Periderm (Krause) heißt.

Von der Mitte des embryonalen Lebens an werden beide Lagender Oberhaut dicker, und enthält die äußerste von ihnen Hornschüppchen,deren Kerne sich rückgebildet haben. Eine Abschuppung findet vonjetzt an in reicherem Maße an der Oberfläche statt, während der Verlustdurch Teilungsprozesse in der Keimschicht und durch Umwandlungder Teilprodukte in verhornte Zellen wüeder ersetzt wird. Infolgedessenbedeckt sich die Oberfläche des Embryo bis zur Geburt immer mehrmit einer weißgelblichen, schmierigen Masse, der Fru.chtschmiere(Smegma embryonum [oder Vernix caseosa). |Sie besteht aus einemGemenge von abgelösten Epidermisschüppchen und von Hauttalg, dervon den mittlerweile entstandenen Talgdrüsen abgeschieden worden ist.Sie bildet namentlich an der Beugeseite der Gelenke, an Fußsohle, Hand-teller und am Kopf einen dickeren Überzug. Abgelöste Partien hiervongeraten in das Fruchtwasser und trüben es. Endlich können sie vomEmbryo ebenso wie einzelne abgelöste Wollhaare mit dem Fruchtwasserverschluckt und so zu einem Bestandteil des Kindspeches werden, dassich allmählich im Darmkanal anhäuft.

Gegen Ende des embryonalen Lebens werden in |der Epidermisdie einzelnen Schichten, welche in der Histologie des Erwachsenen inihr unterschieden werden, als ein Stratum cylindricum, spinosum, granu-losum und corneum deutlich ausgeprägt.