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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Die Organe des äußeren Keimblattes.

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trifft nun aber nicht das Sinnesepithel, in welchem der Riechnerv aus-strahlt, sondern die gewöhnliche, mit Flimmerzellen versehene Schleim-haut. Sie hängt daher auch weniger mit einer Verbesserung des Geruchs-sinnes als mit der Nebenleistung beim Atmungsprozeß zusammen.Durch Vergrößerung der weichen, mit Blutgefäßen reichlich versehenenSchleimhautflächen soll die an ihnen vorbeistreichende Luft erwärmtund von Staubteilen, die an den feuchten Flächen hängen bleiben, ge-reinigt werden. Man hat daher von jetzt ab am Geruchsorgan eineRegio olfactoria und eine Regio respiratoria zu unterscheiden.Erstere, welche sich von dem Sinnesepithel des ursprünglichen Geruchs-grübchens ableitet, bleibt verhältnismäßig klein und ist beim Menschenauf die Gegend .der oberen Muschel und auf einen Teil der Nasenscheide-wand beschränkt. Die Regio respiratoria dagegen bedingt die gewaltigenDimensionen, welche das Geruchsorgan bei den höheren Wirbeltierenerlangt.

Die Vergrößerung der Oberfläche der Nasenhöhle wirddurch drei verschiedene Vorgänge herbeigeführt: 1. durch^die Bildungdes harten und des weichenGaumens, 2. durch dieEntwicklung der Muscheln,3. durch ^das Auftreten derNebenhöhlen der Nase.

Der erste | Prozeß [be-ginnt beim Menschen gegendas Ende des 2. Monats.Es bildet sich dann an derInnenfläche der Oberkiefer-fortsätze (Fig. 357) eine Leiste,welche in die weite, primitiveMundhöhle vorspringt undin horizontaler (Richtung zueiner Platte auswächst. Linkeund rechte Gaumenplattefassen anfangs eine weite

Spalte zwischen sich, durch welche man die ursprüngliche Decke der Mund-höhle und an dieser die mehr und mehr schlitzförmig werdenden, innerenNasenöffnungen erblickt, beide getrennt durch eine Substanzbrücke, dieNasenscheidewand, welche aus dem mittleren Stirnfortsatz hervorgegangenist. Im 3. Monat verengt sich die embryonale Gaumenspalte mehrund mehr. Die horizontalen Gaumenfortsätze der Oberkiefer vergrößernsich und treffen schließlich mit ihren freien Rändern in der Median-ebene auf den unteren Rand der noch immer breiten Nasenscheidewand,welche noch weiter nach abwärts in die Mundhöhle hineingewachsen ist.Dann beginnen die genannten Teile von vorn nach hinten untereinanderzu verschmelzen. Stadien dieses Vorgangs werden durch die Fig. 358bis 360 veranschaulicht. Fig. 358 zeigt uns das Stadium, auf welchemvom Oberkieferfortsatz die Gaumenplatten (Pp) schon unter den unterenRand der Nasenscheidewand vorgedrungen sind. Mund- und Nasen-höhlen hängen nur noch durch eine sehr enge Gaumenplatte zusammen.In Fig. 359 hat die Verschmelzung begonnen. Die sich berührendenEpithelflächen sind in einer Naht (gn) verwachsen, welche auf demQuerschnitt die Form eines Y oder T hat. Ganz beendet ist die Ver-wachsung erst in der Fig. 360, in welcher die epitheliale Nahtfläche

Fig. 357. Mundhöhlendecke eines mensch-lichen Embryo mit Anlage der Gaumenfortsätze.

lOfach vergrößert. Nach His.