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Elftes Kapitel.
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1. Die Entwicklung von Linse und Glaskörper.
Das vom Ektoderm vollständig abgeschnürte Linsensäckchen(Fig. 330 Is) besitzt eine dicke Wandung, die von zwei bis drei Lagenvon Epithelzellen zusammengesetzt wird, und schließt einen von Flüssig-keit erfüllten Hohlraum ein. Nach außen wird es durch eine dünneMembran, welche sich später zur Linsenkapsel (Capsula lentis) ver-dickt, schärfer abgegrenzt. Bald treten in der Ausbildung seiner vorderen
und hinteren Wand er-hebliche Differenzen auf(Fig. 332). Im Bereichder vorderen Wandflacht sich das Epithel(le) mehr und mehr abund wandelt sich in eineeinfache Lage kubischerElemente um, die inder Linse des Erwach-senen das sogenannteLinsenepithel bilden(le). An der hinterenWand dagegen nehmendie Zellen an Längesehr bedeutend zu undwachsen zu langenFasern aus, die einenhügelartigen Vorsprungin die Höhle des Säck-chens bedingen (Fig.332 If). Die Fasernstehen senkrecht aufder hinteren Wand undwerden nach dem Lin-senäquator (Fig. 333 l')zu kürzer und schließ-lich zu gewöhnlichen
Zylinderzellen, unddiese gehen wieder, in-dem sie noch niedrigerwerden, in die kubi-schen Zellen des Linsen-epithels über, so daßzwischen diesen und
g /' rz x le tv k d h he
Fig. 333. Teil eines Durchschnitts durch dieAugenanlage eines Mäuse-Embryo. Nach Kesslee.
Man sieht einen Zeil der Linse, den Rand desAugenbechers, die Hornhaut und Augenkammer, piPigmentepithel des Auges, r Retina, rz Randzone desAugenbechers, g Gefäße des Glaskörpers in der Gefäß-kapsel der Linse, tv Tunica vasculosa lentis, x Zu-sammenhang der Aderhaut des Auges mit der Tunicavasculosa lentis, l' Übergang des Linsenepithels in dieLinsenfasern, le Linsenepithel, k Augenkammer, d Des-CEMETsche Membran, h Hornhaut, he Hornhautepithel.
den Linsenfasern eineam Äquator gelegene Übergangszone zustande kommt.
Das weitere Linsenwachstum ist ein appositionelles.Um die zuerst entstandenen Fasern, die, weiter in die Länge wachsend,bald den ursprünglichen Hohlraum des Säckchens ganz ausfüllen undden Linsenkern liefern, lagern sich immer neue Fasern herum. IhreNeubildung findet im Linsenäquator in der oben beschriebenen Über-gangszone statt, wo sich die kubischen Zellen des Linsenepithels durchTeilung längere Zeit vermehren und zu Zylinderzellen werden, die ihrer-seits wieder zu langen Fasern auswachsen und sich zwischen Linsenkernund Linsenepithel dazwischen schieben. Parallel zueinander angeordnet.