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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Zehntes Kapitel.

er sich im 2. Monat ein wenig aus und stellt einen spindligen Körperdar, der sich nach oben verjüngt und in eine engere Röhre übergeht.Diese ist der Urachus, der sich bis zum Nabel erstreckt und sich dortin den außerembryonalen Teil des Allantoisrohrs fortsetzt, das früh-zeitig beim Menschen rückgebildet wird. (Siehe S. 171, 185.) BeimMenschen beginnt der Urachus schon gegen das Ende des embryonalenLebens zu verkümmern; er liefert nebst dem ihn einhüllenden Binde-gewebe einen Strang, das Ligamentum vesico-umbilicale medium, welchesvon dem Scheitel der Blase (Fig. 275 hol) bis zum Nabel führt und im

1. Lebensjahre häufig noch einenEpithelstrang, einen Rest der ur-sprünglichen Epithelröhre,schließt.

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Fig. 290. Schema der Urogenital-organe eines Säugetieres aus frühem

Stadium. Nach Allen Thomson, ausBalfoor.

Die Teile sind vorzugsweise imProfil, der MüLLERsche und der Urnieren-gang aber von vorn gesehen dargestellt.

3 Ureter, 4 Harnblase, 5 Urachus,ot Keimdrüse (Eierstock oder Hoden).W linke Urniere, x Zwerchfellsband derUrniere, w Urnierengang, m Müller-scher Gang, gc Genital sträng, aus denvon gemeinsamer Scheide umschlossenenWoLFFschen und MüLLEKschen Gängenbestehend, i Mastdarm, ug Urogenital-sinus, cp Geschlechtshöcker, der zurKlitoris oder zum Penis wird. Is Ge-schlechtswülste, aus denen die großenSchamlippen oder der Hodensack hervor-gehen.

f Die Entwicklung der äußeren Geschlechtsteile beginnt sichin der Umgebung der Kloake schon sehr frühzeitig bemerkbar zu machen.Bei menschlichen Embryonen, welche 1113 mm lang sind (Nagel),entsteht am vorderen Rande der Kloake, die zu dieser Zeit noch durchdie zu einer Rinne vertiefte Kloakenmembran verschlossen ist, durchWucherung des Bindegwebes ein kleiner, nach außen vorspringenderHügel, der Geschlechtshöcker (Fig. 292 gh). An seiner unteren Flächebefindet sich eine seichte Rinne (gr), die sich nach abwärts bis zur Kloaken-membran erstreckt. Von der Rinne dringt eine Epithelleiste (ekto-dennale Urogenitalplatte), ziemlich tief in den Ges chlech tshöcker vonseiner Basis bis zu seiner Spitze hinein.

In den nächsten Wochen der Entwicklung tritt der Höcker nochmehr nach außen hervor und gestaltet sich dabei zu dem Geschlechts-glied um, welches ursprünglich in beiden Geschlechtern gleich beschaffenist. Dabei weicht die oben erwähnte Epithelleiste ihrer ganzen Längenach in zwei Epithellamellen auseinander; infolgedessen wird die ursprüng-lich seichte Rinne an der unteren Fläche des Geschlechtsgliedes zu einertiefen Spalte umgewandelt, die links und rechts von scharfen, vorspringen-den Rändern der Geschlechtsfalten (g/) eingeschlossen wird.

Um die Kloake und den an ihrem vorderen Rande sich erhebendenGeschlechtshöcker ist zu dieser Zeit noch eine ringförmige Falte, derGeschlechtswulst, immer deutlicher erkennbar geworden (Fig. 292 gw)..