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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Entwickluiigsphysiologische Theorien und Experimente.

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c) Die Theorie der Biogenesis.

Gegen die Mosaiktheorie läßt sich ein schwerwiegender Einwandschon von rein theoretischen Gesichtspunkten aus erheben. Teil ungpiner Zelle ist Fortpflanzung eines Organismus. Auf demWege der Fortpflanzung aber werden, wie das ganze Orga-nismenreich lehrt, die Eigenschaften der Art von einerGeneration auf die andere mit großer Zähigkeit überliefert.Eine heterogene Zeugung, wie man einmal glaubte, d. h. eine Zeugung ,bei welcher eine Art unvermittelt plötzlich eine von ihr ganz verschiedeneArt hervorbringt, kommt in der ganzen Natur nicht vor. Also kann beider Teilung einer Zelle ihre Anlagesubstanz und, wenn dieseim Kern enthalten ist, die Kernsubstanz nur erbgleich geteiltwerden. Eine erbungleiche Teilung, wie sie von der Mosaik- und Keim-plasmatheorie angenommen wird, ist eine den Tatsachen der Zeugungzuwiderlaufende Annahme.

Zu Ungunsten der Mosaiktheorie scheinen mir ferner noch zweiReihen von Experimenten zu sprechen. Einmal kann man durch äußereEingriffe, durch Kompression des Eies in verschiedenen Richtungen seineForm und hierdurch auch den Furchungsprozeß derart abändern, daß dieTeilebenen ganz andere Richtungen als beim normalen Entwicklungs-verlauf einschlagen. Infolgedessen werden auch bei jeder Teilung dieneu entstandenen Tochterkerne mit ganz verschiedenen Raumteilenvon Dottersubstanz in Verbindung gebracht. Trotzdem entstehen auchaus solchen Eiern normale Embryonen mit regelrecht gelagerten Organen;dies würde nicht möglich sein, wenn die Mosaiktheorie recht hätte,daß durch den Furchungsprozeß die einzelnen Embryonalzellen mitqualitativ verschiedenen Kernsubstanzen infolge erbungleicher Teilungausgerüstet und dadurch zu bestimmten Aufgaben schon im vorausbestimmt oder spezifiziert würden. Denn aus einem „durcheinander-gewürfelten Material von Kernen" müßten nach jener Theorie die ab-sonderlichsten Mißbildungen hervorgehen.

Noch überzeugender sind die Ergebnisse einer zweiten Reihe vonExperimenten. Durch verschiedene Eingriffe sind die ersten Teilstücke t >]M;kdhiA,Urvon Eiern geeigneter Tierarten (Echinodermen, Ascidien, Medusen,Amphioxus, Amphibien) entweder ganz oder wenigstens teilweise von-einander getrennt und nach der Trennung für sich weiter gezüchtetworden. Und siehe da, jedes Teilstück entwickelt sich in derselben Weiseweiter, wie das ganze Ei sich entwickelt haben würde: nach Ablautdes Furchungsprozesscs entsteht eine normale Keimblase, aus dieser eineGastrula, und aus dieser gehen wieder die folgenden Embryonalformenhervor, die, abgesehen von ihrer geringeren Größe, vollkommen deneinzelnen Entwicklungsstadien des ganzen Eies gleichen. So zeigt unsFig. 43 vier nur durch ihre Größe unterschiedene Gastrulae vom Amphi-oxus. Von ihnen hat A aus einem ganzen Ei, B aus einer durch Schüttelngetrennten Hälfte des Zweizellenstadiums, C aus einem Viertelstückund D nur aus einem Achtelstück des ganzen Eies seinen Ursprunggenommen. Sogar bei so hoch organisierten Geschöpfen, wie den Am-phibien, ist es gelungen, durch mechanische Trennung der beiden erstenFurchungskugeln zwei vollkommen normale Larven aus einem Ei zuzüchten.

Zuweilen kommt es auch vor, daß durch den Eingriff die Teil-stücke nicht vollkommen voneinander isoliert werden. Aus solchen

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