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Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
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Zweites Kapitel.

worden. Je nachdem die Eier durch Samenfäden mit oder ohne Hetero-chromosom befruchtet werden, sollen sie sich zum weiblichen oder männ-lichen Geschlecht entwickeln. Wilson nimmt daher zwei an Zahl ein-ander gleich große Klassen von Spermatozoen an,male producing andfemale producing forms". Er bemerkt dazu:Since the idiochromo-somes or heterotropic chromosomes form the distinction differentialbetween the nuclei of the two sexes, it is obvious that the chromosomesare definitely coordinated with the sexual characters."

Bei dem Mangel vergleichbarer und entsprechender Beobachtungenin anderen Klassen des Tierreiches scheint mir die Frage, ob und inwelcher Weise ein ursächlicher Zusammenhang dieser morphologischenTatsachen mit der Geschlechtsbestimmung besteht, für eine zusammen-fassende, kurze, lehrbuchmäßige Darstellung noch nicht geeignet zu sein.

A B CD

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Fig. 21AD. Studien aus der Spermatogenese von Gryllus domesticus. NachGutherz. A Spermatogonie in Teilung mit Heterochromosomen (h). B Teilung einerSpermatozyte in 2 Präspermatiden i und 2; nur 2 hat das Heterochromosom (h)erhalten, das sich in ein eigenes Kernbläschen umgewandelt hat. C Teilung der Prä-spermatide {B 1) ohne Heterochromosom in 2 Spermatiden ohne Heterochromo-som. D Teilung der Präspermatide mit Heterochromosom \{B 2 h) in 2 Sperma-tiden mit Heterochromosom (h).

Genaueres über die fundamentalen Vorgänge des Reifungsprozessesund über andere sich anknüpfende Probleme (die Synapsis, die Indivi-dualität der Chromosomen, die Autonomie der mütterlichen und derväterlichen Kernsubstanz usw.) findet sich: Hertwig, Lehrbuch der Ent-wicklungsgeschichte, 9. Aufl., 1910, S. 83 101; ferner: Hertwig, All-gemeine Biologie, 4. Aufl., 1909, S. 291322.

2. Der Befruchtungsprozeß.

Nachdem festgestellt worden war (s. S. 13, 14), daß die .Samen-fäden, wie die Eier, wirkliche Elementarbestandteile des tierischenKörpers sind, konnte man doch lange Zeit über die Rolle, welche siebeim Befruchtungsprozeß spielen, nicht ins klare kommen. Daß siesich an die Oberfläche der Eier, mit denen sie zusammentreffen, ingrößerer Anzahl ansetzen, war leicht zu beobachten; dagegen bliebdunkel, was weiter geschieht. Einige Forscher nahmen an, daß dieSamenfäden schon durch den bloßen Kontakt das Ei befruchten sollen,indem sie Träger eines Stoffes seien, der durch die Dotterhaut hindurch-dringe und wie ein Ferment auf den Eiinhalt einwirke. Andere Forschergaben an, in einigen Fällen Samenfäden im Dotter selbst gesehen zu haben,und glaubten, daß sie hier zerfielen und durch ihre Vermischung mitdem Ei seine Entwicklung anregten. Klarheit kam in die Befruchtungs-