Druckschrift 
Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte
Entstehung
Seite
9
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Die Natur von Ei- und Samenzelle.

k.b k.sch

oben gekehrt; sie breitet sich auf dem Nahrungsdotter gleichsam wie einOltropfen auf dem Wasser aus.

Als Beispiel eines polar differenzierten Eies mit Keimscheibe seiauf das Hühnerei, welches von jeher zu embryologischen Untersuchungenmit Vorliebe benutzt worden ist, nochetwas genauer eingegangen.

Man muß die Eizelle des Huhnesoder irgendeines anderen Vogels, umein richtiges Bild von ihrer Beschaffen-heit zu gewinnen, noch im Eierstockaulsuchen in dem Augenblick, wo sieihr Wachstum vollendet hat und im Be-griii steht, sich aus dem Follikel abzu-lösen Man lernt dann, daß sich in dem ^traubenf örmigen Eierstock nur der kugelige,^4^ Ä*^-/Eidotter, das sogenannte Gelbei, ent- Fig . 6 . Eizelle (Eidotter) deswickelt, welches für sich eine außerordent- Huhnes aus dem Eierstock, k.schhell große Zelle darstellt (Fig 6) Das Keimscheibe, k.b Keimbläschen,»Gelbei" wird von einem dünnen, aber ^<*, weil * e 5 T ?°* ter ,l g f gelberziemlich festen Häutchen, der Dotter- Dotter ' ** Dotterhaut -haut (d.h), eingeschlossen, deren Ver-letzung ein Ausfließen des weichen, breiigen Inhaltes zur Folge hat. Andiesem wird man bei genauerer Untersuchung einen kleinen, weißlichen-t 1 leck, die Keimscheibe (k.sch) (Discus prabgerus, auch Hahnentrittoder Na rbe, (JicAlflgUla, genannt), entdecken-. ÜTe Keimscheibe ist ander Eikugel stets nach oben gekehrt, da sie aus der leichteren Sub-stanz aus Bildungsdotter besteht, an dem sich der Furchungsprozeß,allein vollzieht. Sie liegt also immer am animalen Pol unmittelbar

d 1

®t4u6fv£esteerte

w.y.

Fig. 7. Durchschnitt der Keimscheibe eines noch in der Kapsel eingeschlossenenreiten Eierstockeies, nach Balfoue. a Bindegewebskapsel des Eies; b Epithel derKapsel, an dessen Innenseite auf dem Ei die Dotterhaut liegt; c körnige Substanzder Keimscheibe; w.y weißer Dotter, der unmerklich in die feinkörnige Substanzder Keimscheibe übergeht; x das von einer deutlichen Membran umgebene, aber ge-schrumpfte Keimbläschen; y ursprünglich vom Keimbläschen eingenommener, durchseine Schrumpfung leer gewordener Raum.

unter der Dotterhaut und hat etwa einen Durchmesser von 34 mm.In der abgeplatteten Keimscheibe findet sieh auch das Keim bläschen(Fig. Qk.b u. Fig. 7 x \ welches gleichfalls etwas abgeplattet und linsen-

förmig ist.

Die übrige Hauptmasse der Eizelle ist der Nahrungsdotter; ersetzt sich aus zahllosen Dotterkügelchen zusammen, die durch geringeSpuren von Protoplasma, wie durch einen Kitt, verbunden werden.Über seine feinere Struktur erhält man Aufschluß durch dünne Durch-schnitte, welche senkrecht zur Keimscheibe durch die gehärtete Dotter-kugel anzufertigen sind. Man kann dann nach Verschiedenheiten der