720
Speoielle Therapie.
Hauptsache ist, Hitze im Abstände an. Hierzu bedien'man sich eines glühenden Eisens, welches, sobald es ab'kühlt, immer durch ein neues ersetzt werden muss, womitununterbrochen, selbst eine Stunde lang, fortgefahren wird-Innerlich gebe man Arsen, oder Beilud. — Bei Schlangen'biss (d. h. von giftigen Schlangen, die stets in der oberenKinnlade zwei Zähne haben, die länger und grösser sind.als die anderen), lasse man den Gebissenen so viel Brannt'wein als nur möglich trinken, es ist dies oft das einzige hülf'reiche Mittel. Dr. Lacerda empfiehlt als Mittel gegenSchlangenbiss die Einspritzung einer y 2 procentigen frischzubereiteten Lösung von übermangansaurem Kali)welche gleich nach der Verletzung erfolgen muss. Auchmüssen mehrere solcher Einspritzungen in kurzen Zwischen'räumen und an verschiedenen Stellen des verletzten Kör'pertheiles wiederholt werden. Die Manipulation nützt je'doch nichts, wenn das Gift in eine Ader gedrungen ist.
Ist Hotzgift oder Milzbrandgift in eine Wundegekommen, so wasche man sie sofort mit Salzwasser ausund gebe innerlich Arsenicum 3.
Verletzungen durch Verbrennung werden, wennsie nicht bedeutend sind, mit Umschlägen von warmemWeingeist oder Brennnesseltinctur behandelt.Haben sich indessen schon Blasen gebildet, so werden diesegeöffnet, die Hautlappen mittelst einer Scheere beseitigtund ein luftdichter Verband angelegt. Ars. oder Caust.,innerlich, beseitigt die Brennschmerzen. In neuerer Zeitsind noch bei Brandwunden empfohlen worden Collodium.Oleum Ricini und ausgeglühte Kohlen.
Brandwunden durch Phosphor schmerzen sehr undheilen schwierig, indem der in die Wunde gedrungenePhosphor fortfährt, sich zu oxydiren und durch die ent-stehende phosphorige Säure die umgebenden Theile zu reizen.— Das beste Verfahren bei solchen Verbrennungen istdaher, den Phosphor möglichst rasch durch oxydirende Mit'tel zu entfernen und gleichzeitig die entstehende phosphorigeSäure zu beseitigen. Zu diesem Zwecke braucht man dieverbrannte Stelle nur in eine schwache Chlorkalklösung,