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Handbuch der Homöopathie : mit Benutzung fremder und eigener Erfahrungen nach dem neuesten Standpunkte der Wissenschaft
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Speoielle Therapie.

kulatur mit reichlicher Zellenwucherung. In solchenFällen pflegen Symptome von Athemnoth und Herzschwächeaufzutreten, die in dem Ergriffensein der Athmungsorganeallein keine genügende Erklärung finden, zumal selbstTracheotomierte (denen der Hals durch Einschnitt geöffnetworden ist) unter Erscheinungen von Athemnoth gestorbensind. Ein derartiger unglücklicher Ausgang ist auf eineSchwäche der Herzthätigkeit zurückzuführen, deren Ursachein der oben erwähnten anatomischen Veränderung des Hex"'zens, vielleicht Infection des Herzens mit Micrococcen, zusuchen ist. Für die Praxis ist zu bemerken, dass dieFälle, in denen die Herzschwäche unmittelbar während desVerlaufes der Diphtheritis eintritt, jeder Behandlung spottenund meistens tödtlich endigen. Weit günstiger für ein eerfolgreiche Behandlung ist die im späteren Stadium derReconvalescenz, resp. der Lähmung, auftretende Herz-schwäche, die sich durch Athemnoth, Herzklopfen, Un-regelmässigkeit des Pulses kennzeichnet. Wenn deutlicheAnzeichen von Herzschwäche eintreten, dann verabfolgeman stündlich einen Theelöffel voll Tokayerwein. Der-selbe kräftigt durch seinen Alkoholgehalt den Herzmuskel,der Puls wird bald wieder kräftiger und die Pulsationenzeigen ausser ihrer Beschleunigung keine Abnormitäten-Wenn man dabei noch die passenden homöopathischenMittel verabreicht, dann ist Aussicht vorhanden, den Kran-ken durchzubringen. Wir empfehlen bei dieser sehr be-drohlichen Erscheinung Phosphorus.

Um die Kräfte des Patienten zu erhalten, was bei Diph-theritis Hauptsache ist, gebe man demselben möglichstoft Abkochungen von Reis oder Hafergrütze mit gequirltemEiweiss; Zuckerwasser mit Eiweiss und etwas Rothwein ver-mischt; etwas fein geschabtes rohes Rindfleisch. Speisenund Getränke dürfen nicht in dem Krankenzimmer auf-bewahrt, sondern müssen nach dem Gebrauch sofort ent-fernt werden, da daran sehr leicht Krankheitsstoffe haftenbleiben. Den Genesenden lasse man ja nicht zufrühzeitig aus dem Bette, dadurch die geringste Er-