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Specielle Therapie.
auch, die Halsmuskeln und selbst den Pharynx, betreffenkönnen. Auch Taubheit und Amaurose sind beobachtetworden.
Da die Krankheit in einer Blutverderbniss beruht, dieder Bildung der diphtherischen Auflagerungen vorausgeht,diese mithin eine Folge des Allgemeinleidens sind, so 18«ein jedes örtliches Verfahren, z.B. das Aetzen mit Höllen"stein, Chlorkali, Alkohol u. s. w., ganz unnütz, ja sogarschädlich, nicht nur weil dadurch die Kräfte kleinerei'Kinder, die bei dieser Procedur schreien und sich sehrängstigen, leiden, sondern es wird auch die Krankheittiefer hinab, auf den Kehlkopf, getrieben. Das Aetzen i stmindestens eine nutzlose Quälerei, da man die Diphthe"ritis eben so wenig wegätzen kann, als die Pusteln auidem Körper eines Pockenkranken. Höchstens bei älterenKindern würden wir das Gurgeln mit verdünntem Alkohol(1 Theelöffel auf 2 Esslöffel voll Wasser), ein vonv. Grauvogl vorgeschlagenes Mittel, anrathen; v. Gr<0~vogl ist nämlich der Ansicht, dass dadurch die parasitäre»Gebilde auf der Schleimhaut vernichtet werden. Bepinse-lungen und Gurgelungen mit Alkohol, in möglichst con-centrirtem Zustande, würden also in rein antidotarisch elWeise den Patienten retten. Der Diphtheritische ist jedocnnicht nur im Halse diphtheritisch, sondern sein ganzesBlut ist es.
Das eigentliche Diphtheritisgift ist übrigens noch nicn tgefunden, auch nicht bewiesen, ob dasselbe sich an oß TRachenschleimhaut lokalisire und von da ins Blut über-gehe ; kein Bacterium nämlich geht durch gesundes Epithelhindurch. Alle unsere bacterisehen Infectionskrankheitensind entweder Inhalationskrankheiten oder Fütterungs- oderImpf-Erkrankungen. Keine Erkrankung ist bisher bekannt,wo ein Bacterienstäbchen das unversehrte Epithel durch-brochen hätte. Ueber diejenigen Pilze, welche der Dip n "theritis zu Grunde liegen sollen*), spricht Geh. Med-"
*) Es sind bestimmte Mikro-Organismen von allen Beobach-tern in diphtheritischen Membranen gefunden worden, jeder h aseinen Pilz für den richtigen und einzigen gehalten.