26
Einleitung.
Unbefangenen eine hohe Achtung vor diesem Heros derWissenschaft abnöthigen muss.
Baron v. Reichenbach kam nämlich nach vielfachenVersuchen auf die Spur einer bisher unbekannten Kraft,einer Dynamide, die zwischen Magnetismus, Elektricität,Licht und Wärme steht, zu allen diesen Kräften Beziehungenhat, ohne jedoch mit denselben gleicher Art zu sein. DieseKraft nennt er O d oder odisch-magnetische Kraft*). Sieist die Erzeugungskraft aller jener physiologischen Er-scheinungen, welche man Lebensmagnetismus nennt.Legt man einen Bergkrystall horizontal über eine Tisch-ecke, so dass die beiden Enden frei hervorstehen, und führteine sensitive (d. h. für Od empfängliche) Person die linkeinnere Handfläche dem Krystalle auf einige Zoll zu, sowird 'ein feiner, kühler Hauch der Hand entgegenwehen,es ist dies das odnegative Ende oder der Kopf des Krystalls,der im Dunkeln ein blaues Licht ausströmt. Der andereTheil oder das Fussende des Krystalls wird von derselbenHand lauwidrig oder odpositiv empfunden und erglänzt imgelben Lichte. Hält man in der Dunkelkammer die gleich-namigen Pole zweier Krystalle auf kurze Entfernung gegen-einander, so ziehen sich die Odflammen nach den entgegen-gesetzten Polen zurück und stülpen sich gleichsam um.
Die odpolaren Thätigkeitsäusserungen der Krystalleschliessen sich ganz unmittelbar an die odpolaren Thätig-keiten in der organischen Natur an und bilden ein hoch-wichtiges Verbindungsglied zwischen der anorganischen undder organischen Welt, zwischen der ersten plastischen An-ordnung der Materie und dem plastischen Zustandekommenvon Gebilden, die den zusammengesetzten Kräften gelingen,deren Resultate wir mit einem Collectivbegriffe, die Lebens-kraft, nennen. Die unbekannten polaren Kräfte, die einen
*) Diese neu entdeckte Kraft wurde von Baron von Liebigin München in Zweifel gezogen, in England nächst Faraday auchvon Professor Gregory, einer der ersten Autoritäten Englands,sowie vom Dr. Ashburner in London, Ellis und Dr. Elliotson imZoist und noch Andern bestätigt.