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Handbuch der Homöopathie : mit Benutzung fremder und eigener Erfahrungen nach dem neuesten Standpunkte der Wissenschaft
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Einleitung.

gratsverkrümmung. Am 15. Mai 1862 leitete ich die Curmit einer Gabe Sulphur ein und wartete ruhig die Nachwirkungab. Im Januar 1863 (also nach 8 Monaten) erhielt ich von seinemVater folgendes Schreiben:

Mit grosser Freude ergreife ich heute die Feder, um Ew.Hochwohlgeboren mitzutheilen, dass, nachdem die Sendung Ihrerletzten Pulver verbraucht, sieh der Zustand meines Sohnes aufdas Erfreulichste verändert hat. Die Rückgratsverkrümmung istvollständig verschwunden, ebenso die Erhöhung des linkenKippenkorbes; auch finde ich, dass Rudolph jetzt weit muntererund geistesfroher ist, als früher. Sie glauben gar nicht, wie sehrich mich über diese herrliche und wirklieh wunderbare Verände-rung seines Zustandes freue.

Ihnen meine Freude mit Worten zu schildern und Ihnen inentsprechender Weise meinen Dank abzustatten, vermag ichnicht. Möge Ihnen der Herr Ihre grosse Liebe vergelten. Mitden herzlichsten und besten Wünschen verbleibe ich hochachtungs-voll Kall, Lehrer.''

7) Das Kind des Gutsbesitzers K. in Tauroggen (Russland),14 Jahre alt, litt seit etwa 10 Jahren an Krämpfen. Die An-fälle, welche mit starkem Blutandrange nach dem Kopfe ver-bunden waren, wiederholten sich täglich mehrmals. Im Januar1861 verabfolgte ich dem Kinde zuerst eine Gabe Belladonna,welche ich in der gewöhnlichen Weise einnehmen liess. Nach14 Tagen hatte sieh das Leiden so gebessert, dass die Anfälle3 Wochen lang gänzlich ausblieben, doch in der 4. Woche er-neuten sich die Anfälle wieder sehr stark. Da verabfolgte ichIgnaiia, in 6 Wochen keinen Erfolg; dann Cuprum, darauf leichteBesserung, dann aber Verschlimmerung ohne weiteren Erfolg-Da gab ich dann nochmals Belladonna, in der Absicht, dasMittel ungestört auswirken zu lassen. Darauf trat eine baldigeBesserung ein, dann aber nach einigen Wochen starke Ver-schlimmerung ; doch ich gab nichts weiter, als unarmirte Pulver,worauf dann auch wirklich der Zustand bedeutend besser wurde,so dass nach 4 Wochen die Krämpfe nicht mehr erschienen.Eine kleine Drüsengeschwulst beseitigten später einige GabenSulphur in der Nachwirkung.

Dieses Beispiel beweist, wie wenig es nützt, in zflrascher Folge die Arzneien zu verabreichen. Auch sollman sich nie irre führen lassen, wenn nach einer äugen'blicklichen Besserung wieder eine Verschlimmerung eintritt-