VIII
Vorwort zur vierten Auflage.
länglich entschädigt sehen. — Freilich ist es sehr müh-sam und schwer, in ein neues Wissensgebiet einzu-gehen, es zu erforschen und in sich aufzunehmen, wasauch der Grund ist, warum die älteren, schwerenwissenschaftlichen Autoritäten sich mit der Homöo-pathie nicht befassen, sie vielmehr, als ihrem liebge-wordenen Systeme widersprechend, bekämpfen und diestudirende Jugend davor warnen. Diese vertraut ihrenFührern, den Männern der Wissenschaft, die ihre Stel-lung missbrauchen, sie irreführen, ihr nützliche Wahr-heiten lieblos vorenthalten und sich den Nimbus derUnfehlbarkeit geben. Die Zukunft wird ihnen aberdenselben entreissen.
Jede neue Errungenschaft hat ihre Feinde in denInteressenten des Alten. Gegen die Dampfboote pro-testirten die Marktschiffer, gegen die Eisenbahnen dieLohnkutscher, bis auf jenes Dorf, welches gegen dieAnlagen der Chausseen protestirte, weil es von denReisenden lebte, die auf schlechten Wegen Arme undBeine brachen. — Die Homöopathie hätte schon längsteine allgemeinere Anerkennung gefunden und wenigergross würde die Zahl derer sein, die auf dem trost-losen Wege allopathischer Heilkünstelei Gesundheitund Leben verlieren, wenn die Besonnenheit Jeder-manns Sache wäre.
So schliesse ich denn in der Hoffnung, dass dieFreunde der Homöopathie auch in der vorliegendenAuflage mein Bestreben, den Fortschritten der Wis-senschaft zu folgen, anerkennen, und dieses Werk sofreundlich wie bisher beurtheilen mögen.
Gera, im September 1885.
Der Verfasser.