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Oreosclinum.
fam. Papaveraceae. Brandt et Eatzeb. I. 43. Hayne VI. 40. Düs-seid. 405.
Der getrocknete Milchsaft der unreifen Mohnköpfe. Die besteSorte des Opiums kommt zu uns in grossen, unregelmässigen,500—750 Gramm schweren Klumpen, die, in Mohnblätter gehüllt,ausserhalb trocken, ziemlich hart, innen weicher (durch Drückenzwischen den Fingern noch mehr erweichend), von gelblich licht-brauner Farbe sind, den bekannten, eigenthümlichen, betäubendenOpiumgeruch sehr stark entwickeln und einen widrig-bittern, hinten-nach etwas scharfen Geschmack haben.
Bei den so sehr verschieden vorkommenden Opiumsorten istvor der Verwendung dessen Gehalt an Morphium (nach Anleitung derunter diesem Artikel gegebenen Vorschrift] zu ermitteln; ein Opium,darin sich nach vorgängigem völligem Austrocknen nicht mindestens10 Procent an reinem Morphium erweisen, ist nicht zu verwenden, esdarf aber, der Sicherheit des Ergebnisses halber, die Prüfung nichtmit zu kleinen Mengen unternommen werden.
Wir bereiten nach Reg. 1 mit verdünntem Weingeist eine Tink-tur, welche den Geruch. Geschmack und die Farbe des Opiums inhohem Grade besitzt.
Oreoselinum.
Herba Oreoselini s. Apii montani s. Petroselini montani s. Poly-chrestae s. Veelguttae. Bergeppig, Grundheil, Vielgut, Bergpetersilie,Berghaarstrang, Augenwurzel. Von Athamantha Oreoselinum L. Cl.V. O. 2. fam. Umbelliferae. Hayne VII. 3. Diisseld. 291.
Die auf lockeren Wiesen, Hügeln und Bergabhängen fast durchganz Europa zu findende Pflanze hat dreifach gefiederte, langgestielteWurzelblätter, die sparrig ausgebreitet, oft zurückgebogen am Bodenliegen. Die Stengelblätter bestehen aus den breiten, häutigen Blatt-scheiden, an deren Spitzen sich sehr kleine, unvollkommene Blätterentwickeln. Die Blüthendolden stehen an der Spitze der langen,kahlen, 30—90 Cm. hohen Stengel; sie sind zusammengesetzt, viel-strahlig, flach. Die allgemeinen und besondern Hüllen sind viel-blättrig, zurückgeschlagen, die Blüthen weiss, gleichgross, die ganzePflanze ist von angenehm aromatischem, der Gartenpetersilie ziem-lich verwandtem Geruch und Geschmack.
Wir sammeln im Monat Mai die grossen, völlig ausgebildetenWurzelblätter, um sie nach Reg. 2 zur Essenz zu verarbeiten, dieden beschriebenen Geruch und Geschmack der Pflanze hat.