Opium.
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kannten dickflüssigen Balsam von verschiedener Reinheit und Güte,aus welchem das flüchtige Oel fabrikmässig durch Destillation mitWasser gewonnen wird. Es ist wasserhell, kaum gelblich scheinend,sehr dünnflüssig, von durchdringendem, eigenthümlichem Geruch undbrennendem Geschmack.
Zum Arzneigebrauch reinigen wir das beste französische Oelnochmals durch langsame Destillation über Wasser aus der Glas-retorte, wo es dann vollkommen weiss und von viel weniger scharfemGeruch, aber noch flüchtiger erscheint, als zuvor. Wird es nicht inkleinen Gläsern vor dem Einflüsse des Lichtes geschützt, so wird esbald wieder harzhaltig, gefärbt und übelriechend.*)
Arzneiform, wie bei dem ätherischen Thieröl angegeben.
Ononis.
Radices JRestae bovis s. Remorae aratri s. M. alopecuroidis s. lt.urinariae. Stallkraut-, Ochsenbrech-, Harnkraut-, Hauhechelwurzel,Weiberkrieg. Von Ononis spinosa L. Cl. XVII. 0. 4. fam. Legumi-uosae. Hayne XL 43. Düsseid. 324. Göbel IL 28.
Dieses strauchartige Gewächs findet sich durch den grösstenTheil Europa's verbreitet, auf unbebauten, trocknen, grasigen Orten,an Wegen und Rainen. Die andauernde Wurzel ist vielköpfig, weitfortlaufend, äusserlich dunkel rost-braun bis gelb-braun, innerhalbweiss, holzartig, hart, zähe, geruchlos, von schleimigem, hintennachetwas zusammenziehendem Geschmack. Sie treibt mehrere, 30—60 Cm.hohe, aufrechte oder halb kriechende, sehr ästige, runde, federkiel-dicke, holzartig steife Stengel mit kleinen, gestielten, oval-länglichen,gesägten, zum Theil fast glatten oder zottig-behaarten, geflügeltenBlättern. Die 2—4 Cm. langen, geraden, steifen Dornen stehenachselständig zwischen den Blättern und Zweigen. Die violett-rothenoder fleischfarbigen Blumen erscheinen am oberen Theile der Zweigeübereinander gereiht im Juni bis August.
Die im Frühjahr vor der Blüthezeit zu sammelnde Wurzel wirdfrisch nach Reg. 3 zur Tinktur bereitet, die eine rothbraune Farbehat. In der Kälte nimmt sie eine
gallertartige Consistenz an.
Opium.
Opium crudum s. ihebaicum, Laudanu??i, Meconium. Opium,Mohnsaft, Schlafsaft. Von Papaver Somniferum L. Cl. XIII. 0. 1.
*) Die Natur und leichte Zersetzbarkeit dieser beiden flüchtigen Oele lässt diealtere Bereitungsart, die stundenlange Verreihung mit Milchzucker, als durchaus un-zweckmässig, daher verwerflich erscheinen.