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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
Entstehung
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XII. Kapitel.

Grlycerophosphate.

Lecithin, welches im Eidotter vorkommt und sehr ähnlich gebautist, wie die ungesättigten Phosphatide, die in einer Reihe von Organen,insbesondere aber in den Geweben des Nervensystems vorhanden sindund anscheinend physiologisch eine große Rolle bei der: Tätigkeitdieser Organe spielen, ist als ein Ester des Cholins, also des Oxy-äthyltrimethylammoniumhydroxyds mit der Stearyloleylglycerinphos-phorsäure, beziehungsweise einer mit Palmitin- oder Oleinsäure sub-stituierten Glycerinphosphorsäure aufzufassen

CH 2 .0-C 18 H 35 0

CH .0-C 18 H 33 0

CHo.OPOO.C. 2 H 4 \

I (CH 3 ) 3 :

OH HO-

Lecithin spaltet Glycerinphosphorsäure,

CH 2 .OHCH.OHCH,.O.PO<

: .N

X)H^OH

auf welche wir zu sprechen kommen, bei Behandlung mit Säuren oderBasen ab.

Nach den Untersuchungen von Danilewski 1 ) erzeugt Lecithinbei der Verfütterung eine starke Vermehrung der roten Blutkörperchenund ebenso wird das Wachstum von Warmblütern durch Lecithin be-fördert. Wenn man Tiere aus demselben Wurf gleichmäßig nährt undeinem Teile der Versuchstiere Lecithin zur Nahrung zusetzt, so überholensämtliche Lecithintiere in wenigen Monaten ihre Altersgenossen anKörpergewicht und sind dabei auch kräftiger gebaut. Auffällig ist beisolchen Lecithinhunden die Munterkeit und frühzeitige psychische Ent-M'ickelung der Versuchstiere. Nach Danilewski übt Lecithin einenstimulierenden Einfluß auf bioplastische Vorgänge aus, womit die Ver-mehrung der Erythrocyten und des Hämoglobins zusammenhängt, ebensowie die direkte Wirkung auf das sich entwickelnde Gehirn.

*) C. r. 1895. 30. XII u. 1896. 20. VII.