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XI. Kapitel.
Reduzierende Hautmittel.
In der Dermatologie stellt sich insbesondere bei der Behandlungder Psoriasis das Bedürfnis ein, Verbindungen auf die Haut zu bringen,welche reduzierend wirken.
Die alte Erfahrung, daß das Ararobapulver günstige Erfolge beider Behandlung der Psoriasis zeitigt, hat Veranlassung gegeben, sichmit den chemischen Vorgängen bei Anwendung dieses Präparates zubeschäftigen. Das Ararobapulver besteht zum größten Teile aus einerChrysarobin genannten Substanz, welche bei Gegenwart von Alkalien,aber auch ohne diese, aus der Luft Sauerstoff aufnimmt und sich hierbeiin Chrysophan verwandelt.
Chrysarobin 1 )
CH 3 C.OHOH
Chrysophansäure
CH OH
CHgCO OH
CO OH
Chrysophan ist als ein Dioxymethylanthrachinon anzusehen,dessen verschiedene Stellungen noch nicht sichergestellt sind. Chrysaro-bin ruft an allen tierischen Geweben heftige Beizzustände hervor.
Chrysophanhydroanthron C lf) H 12 0,„ mit dem Chrysarobin isomer,macht am Auge heftige entzündliche Erscheinung, auf der Haut Beiz-wirkungen und eine charakteristische rotbraune Pigmentierung. Inner-lich wirkt es reizend auf den Verdauungstrakt und die Niere, zum Teilwenigstens wird es als Chrysophansäure ausgeschieden 2 ).
Die Erkenntnis, daß beim Chrysarobin wesentlich die Sauerstoff-gierigkeit der Substanz, die eigentümlich therapeutische Wirkung aus-übt, hat natürlich die Möglichkeit geboten, eine Reihe anderer Süb-
*) Hesse, Liebig's Ann. 309. 73.
2 ) K. Iwakawa, AePP. 65. 315 (1911).