698
Antihelminthica.
Die santonige Säure x ) ist ein ziemlich starkes, vorwiegend nar-kotisches Gift.
Durch vorsichtige Reduktion des Santoninoxirn entsteht San-toninamin.
CH,
CH 2 C
0 — HC C CH,
CO
CH 3CH 2 C
0 — HC C CH 2
CO
\
CH HC C C = NOH
CH,
CH 2 C
CH-HC C CH.NH,
CH,
c c
CH,
H
2 CH,
Santoninamin ist sehr stark toxisch.
Das Chlorhydrat der d-aminodesmotroposantonigen Säure 2 )
H 2 CH 3
C C
CH 2 C
C . KH,
HOOC . CH - CH C C . OH
CH,
CH,
CCH,
ist bei Fröschen und Säugetieren vollkommen ungiftig und wirkt aufdas Blut methämoglobinbildend ein.
W. Straub 3 ) prüfte Santonin, Desmotroposantonin, Santonsäure undsalzsaure d-aminodesmotroposantonige Säure. Alle vier Substanzenwaren ohne irgend eine Wirkung auf marine Würmer. Kaninchen ver-tragen 0.2 g ohne irgend welche Erscheinung. Askariden wurden nurvon Santonin, aber von keinem seiner Derivate getötet. Die geringsteÄnderung am Moleküle des Santonin vernichtet seine Wirkung.
Die Photosantonsäure C lä H 22 0 5 wirkt hypnotisch, doch tritt Still-stand der Respiration ein. bevor die Reflexerregbarkeit aufgehobenwird. Photosantonin C 17 H 24 0 4 , der Äthyläther des Photosantonsäure-anhydrids wirkt ähnlich, wegen der Schwerlöslichkeit aber erst ingrößeren Dosen. Die Santonsäure C ]5 H 20 O 4 wirkt nach Coppola 4 )auf Säugetiere in der Weise, daß vor dem konvulsivischen ein nar-kotisches Stadium bemerkbar ist. Isophotosantonin besitzt nur diekrampferregende Wirkung, ebenso wie die Isophotosantonsäure.
1 ) Lo sperimentale 1887. Nr. 35 und Arch. per le sc. med. 11. 255 (1887).
2 ) Wedekind, HS. 43. 240 (1904/05), untersucht von R. Robert,
3 ) 8. bei Wedekind, HS. 43. 245 (1904/05).
*) Ann. d. chim. u. farm. 4 Ser. 6. 330. Die Konstitution dieser Santonin-derivate behandeln Cannizzaro und Fabris, BB. 19. 2260 (1886).