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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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Arsen- und Antimonpräparate.

phenylarsinsäure scheint im Organismus langsamer, aber sonst wieDiphenylarsinsäure zu wirken. Der Ersatz von Hydroxylen durchorganische Radikale in der Arsensäure AsO(OH) 3 verzögert aber nurdie Wirkung, denn das Substitutionsprodukt wirkt qualitativ der Grund-substanz gleich. Von diesen Derivaten hat nur die Kakodylsäure einebeschränkte Anwendung in der Medizin gefunden.

Das sehr moderne Verfahren, anorganische Substanzen an Eiweiß-körper zu binden, hat auch den Versuch gezeitigt, eine Arsencasein-verbindung herzustellen. Wenn man Arseniodür, -bromür oder -chlorürin Alkohol löst und auf pulveriges Gasein einwirken läßt, so erhält manArsencaseinate, welche auch das verwendete Halogen enthalten. DieseArsenverbindungen enthalten Arsen angeblich in der larvierten Formund sind alle wasser- und alkalilöslich. Über die praktische Verwertbar-keit dieser Verbindungen liegen keine Urteile vor, aber man muß be-denken, daß diese Verbindungen durch verdünnte Säure aus ihrerwässerigen Lösung fallen und daß sie daher länger sich im Magen-darmkanal aufhalten werden, als etwa arsenige Säure, die man inEorm der Fowler'schen Lösung den Patienten eingibt. Nun suchenwir bei der internen Verabreichung des Arsens möglichst raschresorbierbare Präparate einzugeben, damit wir nur Wirkungen innerhalbdes Organismus und nicht Wirkungen auf die Schleimhaut des Magen-darmkanales erzielen, die wir keineswegs benötigen und die immerschädlich sind, da es unter Umständen zur Entstehung einer Gastro-enteritis kommen kann.

Aus diesem Grunde werden wir wohl annehmen können, daß eszweckmäßiger ist, die arsenige Säure in einer der bekannten pharma-zeutischen Zubereitungen in gelöster und leicht resorbierbarer Formzu verabreichen, als in Eorm von Präparaten, aus denen erst die arsenigeSäure abgespalten werden muß, und die wegen ihrer schwereren Resorbier-barkeit und ihres längeren Aufenthaltes im Magendarmkanal die sounerwünschten Nebenwirkungen gastroenteritischer Natur hervorrufen.

Arseneiweißverbindungen, welche noch Phosphor und Schwefelsäure enthalten,erhält man aus Eiweißkörpern durch Einwirkung von Arsentrichlorid und Phos-phorpentoxyd in Essigsäureanhydridlösung. Die Präparate enthalten 0,6° o Arsen').

Volkmar Klopfer-Dresden stellt eine Arseneiweißverbindung durch Einwir-kung von Arsentrichlorid auf Weizeneiweiß bei Gegenwart von Alkohol bei gewöhn-licher Temperatur her. Das Produkt enthält 4,33 % Arsen 2 ).

Wasserlösliches arsensaures Eisen in kolloidaler Eorm enthaltende Präparatekann man gewinnen, wenn man eine wässerige ammoniakalisehe Lösung vonarsensaurem Eisen mit einer wässerigen Lösung von Alkali- oder Ammonium-salzen der Protalbin- und Lysalbinsäure oder mit einer Lösung der Alkalisalzevon Albumosen versetzt, den entstehenden Niederschlag abfiltriert und das Filtratim Vakuum zur Trockne eindampft 3 ).

Arsen in kolloidaler Form enthaltende Präparate erhält man durch Reduktionvon Arsenverbindungen auf nassem Wege bei alkalischer Reaktion und bei Gegen-wart von Schutzkolloiden 4 ).

Karl Sorger in Prankfurt stellt Eisensalze der Arsenweinsäure und Arsen-citronensäure her, indem er entweder die Alkalisalze der Arsenweinsäure resp.

x ) J. Gnezda, DRP. 201370.

2 ) DRP. 214717.

3 ) Kalle, DRPAnm. K. 23394.

4 ) Heyden, DRPAnm. C. 15869.