Chinolinderivate.
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Chinolin geht nicht als solches in den Harn über, sondern es trittim Harn eine durch Brom fällbare, noch unbekannte Substanz in reicherMenge auf. Nach Donath ist der im Harn auftretende Körper Pyridin-carbonsäure, was aber anscheinend nicht richtig. Chinolin wird sehrwahrscheinlich als 5.6. Dioxychinolin mit Schwefelsäure oder Glykuron-säure gepaart durch die Niere ausgeschieden 1 ).
Chinolin selbst hat nach den Untersuchungen von Jul. Donath 2 )antiseptische, antizymotische und antipyretische Eigenschaften, aber eserregt sehr bald schon in relativ kleinen Dosen Kollaps und seine hoch-gradige Giftigkeit verhindert die therapeutische Anwendung, auchwenn man statt des salzsauren Chinolins, welches stark hygroskopischist, brennend schmeckt und durchdringend riecht, das weinsaure Chinolinbenützt. Donath verwendete bei seinen Versuchen Chinolin aus Stein-kohlenteer, welches nicht rein ist. Wenn man aber auch, wie es Biachund Loimann 3 ) getan haben, synthetisches Chinolin benützt, so kommtman zu den gleichen Resultaten. Chinolin erniedrigt wohl die Tem-peratur, und die Temperaturerniedrigung ist proportional der ver-abreichten Dosis, aber die Atembewegungen werden verringert und un-regelmäßig, es treten Kollapserscheinungen auf, die Versuchstieregehen unter Erscheinungen des Lungenödems zugrunde. Eine Zeitlangwurde Chinolin als Ersatzmittel des Chinins bei Keuchhusten in kleinenDosen empfohlen. Doch haben die lästigen Nebenwirkungen sehr baldvon einer weiteren Anwendung abgeschreckt 4 ).
Die antiseptische Eigenschaft des Chinolins geht nach den Unter-suchungen von Rosenthal B ) so weit, daß mit Chinolin vergiftete Tierenicht faulen. Die chemische Tätigkeit des Protoplasmas der lebendenZellen erleidet durch Chinolin eine wesentliche Änderung. Es wird dieAufnahme von Sauerstoff und die Erzeugung von Energie vermindert,daher sinkt auch die Wärmeproduktion. Wenn man am Krankenbett dieCliinolinwirkung mit der Chininwirkung vergleicht, was ja im Tier-versuch nicht so gut geht, so kommt man mitR. Jaksch' 1 ) zu dem Resul-tate, daß Chinolin in bezug auf seine febrifuge Wirkung schwächerund unzuverlässiger wirkt als Chinin. Auf den Krankheitsverlauf hates gar keinen günstigen Einfluß, bei der Malaria wirkt es überhauptnicht und die meisten Patienten erbrechen das Mittel. Das Fieber beiPneumonie wurde vom Chinolin nicht beeinflußt 7 ).
Da eine Reihe von Alkaloiden zum Teil Chinolin
zum Teil Isoohinolin
als Kern besitzen, so muß man die
') iL. Kühner. AePP. 55. 27 (1906).
2 ) BB. 14. 178 und 17G9 (1881) und Kendrick und Dewar, BB. 7. 1458 (1874).
3 ) Virchow's Arch. 86. 456.
') I '.rieger, Zeitschr. f. klin. Med. 4. 296.5 ) Festschrift f. Zenker. 1891. 206.°) Prager med. Wochenschr. 1881. Nr. 28.7 ) Brieger, Zeitschr. f. klin. Med. 4. 296.