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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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Beziehungen zwischen Geschmack und Konstitution.

durch den Geschmack nachweisen kann. Unterhalb ^oo Normalität ver-ursachen H-Ionen nur einen adstringierenden Geschmack. Essigsäureschmeckt stärker sauer, als ihrer Ionenkonzentration entspricht. Deralkalische Geschmack der Hydroxylionen wird noch in Lösungen vonV400 Normalität wahrgenommen. Chlorionen haben einen salzigen Ge-schmack und werden noch in 1 / 50 N-Lösungen empfunden. Ähnlich,aber nicht identisch ist der Geschmack der Bromionen; die Konzen-tration, bei der sie noch wahrgenommen werden, ist etwas höher, als derGrenzwert der Chlorionen. Ähnlich, aber wenig scharf ist der Geschmackvon C10 3 - und Br0 3 -Ionen. Jodionen schmecken salzig, aber schwächerals Brom- und Chlorionen; die geringste Konzentration, bei der sieerkannt werden, ist 1 / 6 N. N0 3 -Ionen haben einen sehr schwachen,S0 4 - und Acetationen einen noch weit schwächeren Geschmack. Sehrschwach und eigentümlich ist der Geschmack der Natriumionen; deut-licher und zwar bitter der der Kaliumionen. Ebenfalls sehr schwachist der Geschmack der Lithiumionen. Magnesiumionen haben einenbitteren Geschmack, der noch in 1 / 6 N-Lösung zu erkennen ist. Gleich-falls bitter, aber von dem der Magnesiumionen verschieden, ist der Ge-schmack der Calciumionen. Ammoniumionen schmecken auch bitter.Der metallische Geschmack der Silberionen ist noch in Vsooo N-Lösung,der der Quecksilberionen in ^2000 N-Lösung zu erkennen. Je größerdie Beweglichkeit der Ionen, d.h. ihre Wanderungsgeschwindigkeit ist,um so leichter werden sie im allgemeinen durch den Geschmack erkannt(Kahlenberg). Doch gilt diese Regel nicht ausnahmslos.

Die Intensität des Geschmackes von organischen Verbindungen,welche die Aminosäure-, Säureamid-, alkoholische Hydroxyl- und dieAldehydgruppe enthalten, ist im allgemeinen um so größer, je leichter siedas Protoplasma durchdringen. Auch der sehr intensive Geschmack derAlkaloide läßt sich durch deren große Fähigkeit in Protoplasma einzu-dringen erklären. Kolloidale Lösungen sind geschmacklos.

Von den anorganischen Verbindungen ist zu bemerken, daß fast aus-nahmslos nur Salze einen süßen Geschmack zeigen, in erster Linie dieSalze des Beryllium und des Bleies. Die übrigen Elemente der zweitenGruppe haben als Salze einen bitteren Geschmack, allen voran die Ma _gnesiumsalze.

Die Salze der dreiwertigen Borsäure schmecken süß. Aluminiuni -salze schmecken ebenfalls süß, ebenso die Salze des Scandium, desYttrium, Lanthan, Ytterbium, Cer und Blei. Auch Didym, Erbiumoxyd-salze und Terbiumerdesalze schmecken süß. Die Salze des Fluors, Jodund Brom schmecken leicht bitterlich.

Schwefel wird häufig in bitter schmeckenden, Chlor in süß schmek-kenden Substanzen gefunden.

Die dulcigenen Elemente zeigen einen doppelten Charakter, indenisie sich mit Säuren als Basen und mit Basen als Säuren zu Salzen ver-binden. Die amaragenen Elemente haben einen deutlich ausgeprägtenpositiven oder negativen Charakter. Das Vermögen einen Geschmacks-eindruck zu erwecken, ist wie der Geruch eine Eigenschaft einiger ganzbestimmter Elemente und zwar solcher, welche im periodischen Systemauf regelmäßigen Entfernungen sich befinden. Die Periodizität, der