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Die Arzneimittel-Synthese auf Grundlage der Beziehungen zwischen chemischen Aufbau und Wirkung : für Ärzte, Chemiker und Pharmazeuten
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Beziehungen zwischen Wirkung und Molekulargröße.

Vergiftungserscheinungen hervorzurufen in der Lage sind x ), war es

,, • , COOH

sehr auffällig, daß sowohl Oxalsäure • als auch ihre neutralen Salze

6 COOH

intensive Giftwirkungen an Pflanzen und Tieren hervorrufen. OscarLoew 2 ) erklärte die Giftwirkung der Oxalate aus seinen Beobach-tungen am Zellkern, welche zeigten, daß an der Organisation desZellkernes der Pflanzen, mit Ausnahme der niederen Pilze, Calcium-verbindungen beteiligt sind. Durch das Eintreten der Oxalsäure inden Zellkern wird unlöslicher oxalsaurer Kalk gebildet, und so einegroße Schädigung des Zellkerns hervorgerufen. Hingegen zeigte Rob.Koch 3 ), daß die Oxalsäure eine giftige Elementarwirkung auf dieGewebe des Muskels und der Nerven habe und auf das Zentral-nervensystem primär lähmend wirke. Wie die Kalisalze, so ist auchOxalsäure ein entschiedenes Herzgift. Kröhl will die Wirkung derOxalsäure bei Tieren anders erklären. Er zog in den Bereich seinerUntersuchungen die Natriumsalze der Oxalsäure und Malonsäure, dasAmmoniumoxalat und Oxamid. Alle diese Substanzen verursachtenGlykosurie, welche er durch die Herabsetzung der Blutalkalescenzerklärt. Die Herabsetzung der Blutalkalescenz beruht in der Hemmungder normalen Oxydationsvorgänge, für welche er die Gruppe —CO—CO—verantwortlich macht. Da Kohlenoxyd echte Glykosurie hervorruft,so würde hier eine Analogie vorliegen. Die CO-Gruppe oder zwei CO-Gruppen, die aneinander geheftet sind, könnten wie die CN-Gruppeeine Hemmung der normalen Oxydationsvorgänge und dadurch schwereVergiftung hervorrufen. Die Giftigkeit der Säuren mit zwei Carboxyl-gruppen nimmt aber rasch ab, wenn zwischen die beiden CarboxyleMethylengruppen eingeschaltet werden. Heymanns 4 ) untersuchte dierelative Giftigkeit der

OxalsäureCOOH

MalonsäureCOOH

BernsteinsäureCOOH

und BrenzweinsäureCH,

COOH,

CH,iCOOH,

CH 2

ICH,

COOH

CH.COOH

CH,

COOH.

Durch die Einschaltung der Methylengruppen nimmt die Acidität vonder Oxalsäure gegen die Brenzweinsäure zu ab. Die Giftigkeit ist nach

!) Die Ameisensäure H.COOH macht eine Ausnahme. Ebenso wirkt dieButtersäure CH 3 . CH 2 . CH 2 . COOH toxisch, macht Schlaf, selbst Tod. Die in-aktive /3-Oxybuttersäure CH 3 .CH(OH).CH 2 .COOH wird, ohne welche Erschei-nungen zu machen, verbrannt (?); die aktive ff-Oxybuttersäure hingegen macht dieSymptome der Säureintoxikation, und das Natronsalz ruft einen dem diabetischenComa vergleichbaren Zustand hervor. Sternberg: Virchow's Arch. 189!).

2 ) Natürl. System d. Giftwirkungen 119.

3 ) AePP. 14. 153.

J ) Dubois Arch. 188!). 168.