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Majorka, Spanien und Italien- Der Geschmack der Kappern ist ein säuerlich-salziger etwas scharf undbitter. Die echten Kappern zeigen auf der Oberfläche der Kelch- und Blütenblätter Gruppen von feinen,hellgelben, prismatischen Kristallenen (Kappernrutin), die sich in Lauge mit schön gelber Farbe auflösen. Sieenthalten neben Pektinstoffen, ätherischem Oel, Saponin, Harz usw. 6,5 °/o eines Rhamnoglukosides. Im Handelwerden die Kappern häufig verfälscht und zwar durch die jungen Blütenknospen von Sarothamnus scoparius(„Deutsche oderGeiss-Kappern"), von Caltha palustris, Ranunculus Ficaria oder von Tropaeolum maius. In Süd-europa werden in gleicher Weise die fleischigen Früchte als „cornichons de caprier" verwendet. Die bittere,gewürzhafte Rinde wurde im Altertum besonders gegen Milzkrankheiten benützt. Gelegentlich kommt derStrauch auch verwildert vor, so auch in Südtirol an Garten- und Weinbergmauern bei Bozen, im Val Vestino,bei Trient, Rovereto, Arco und Riva, in der Südschweiz (hier bereits 1561 vonGessner erwähnt) bei Locarno,Gandria und Morcote. Von Capparis spinosa werden eine Reihe von Formen (z. T. als Arten aufgefasst)beschrieben (C. rupestris Sibth. et C. Aegypti'aca Lam.) mit dornigen oder fehlenden (f. inermis) Nebenblättern,mit verschiedenartig gestalteten Laubblättern (f. oväta Desf.) usw. Eine andere Art, Capparis deci'dua Pax,aus dem arabisch-ägyptischen Wüstengebiet (bis Ostindien) liefert gleichfalls essbare Früchte. Ebenso werden diegetrockneten „Simullofrüchte" (Fnictus Si'mulo) von Capparis coriäcea Burch. aus dem Kapland (inChile und Peru eingebürgert) seit 1886 als Heilmittel empfohlen und finden als Nervinum, besonders als Anti-epileticum und Antihystericum Anwendung.
An die Familie der Resedaceae wird gewöhnlich die kleine Familie der Moringäceae (1 Gattungmit 3 Arten) in Nordafrika, Arabien und Ostindien angeschlossen, eine Gruppe von sehr unsicherer Stellung.Grosse Bäume mit abfallenden, unpaarig 2- bis 3-fach gefiederten Laubblättern, mit homoiochlamydeischen,zygomorphen, 5-zähligen, rein zyklischen, in achselständigen Rispen stehenden Blüten. Fruchtknoten aufkurzem Gynophor stehend, mit parietaler Plazentation. Frucht eine lange, hülsenähnliche, zuletzt 3-kIappigaufspringende, kantige Kapsel. Samen gross, flügellos oder mit 3 Flügeln versehen. Hyperanthera MorfngaVahl (= Moringa oleffera Lam., = M. pterygosperma Gaertner), Flügelsamiger Bennussbaum, aus Ostindienstammend (heute in den Tropen kultiviert), liefert in den erbsengrossen, geflügelten Samen ein fettes Oel,während aus den flügellosen Samen der im arabisch-afrikanischen Wüstengebiet verbreiteten M. AräbicaPers. (= M. aptera Gaertner), Echter Bennussbaum, arabisch „Ban", auch „Elban" # oder „Mokor" geheissen,das sog. Ben- (oder Behen-) Oel gewonnen wird, das ehedem auch bei uns als Uhrmacher-Oel in. den Handelkam. Die Samen hiessen im Altertum „Salbeneicheln" (Myrobalanos) und bildeten — neben Sesam-, Mandel-und Olivenöl — ehedem eine der Hauptgrundlagen für die Salben. Die Wurzeln von Hyperanthera Moringabesitzen einen merrettichartigen Geschmack, weshalb der Baum auch „Merrettich"- oder „Pferderettichbaum"genannt wird.