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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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(seltener 5-) zählig. Staubblätter ebensoviele wie Kronblätter oder mehr. Fruchtknoten in der Regel ober-ständig, synkarp, aus 2 bis zahlreichen Fruchtblättern gebildet, einfächerig oder durch sekundäre Bildungenmehrfächerig mit parietaler Plazentation. Narben oft kommissural, d. h. über den Verbindungslinien der Frucht-blätter stehend. Samen mit 2 Integumenten. Histologisch sind die meisten Papaveraceae durch das Vorkommenvon Milchsaftzellen und gegliederten Milchsaftröhren charakterisiert, die Fumarioideen durch die Schlauchzellenund die übrigen Familien durch die Myrosinzellen (Fig. 747). Durch die Gruppe der Papaveraceae werden zuden Polycarpicae innige Beziehungen geschaffen, während die Capparidaceae und Resedaceae zu den Parietaleshinüberleiten. An die Cruciferen schliesst sich direkt die kleine Familie der Tovariaceae (1 oder 2 Arten im

tropischen Amerika) an, Die Capparidaceae sind einevorherrschend in tropischen und subtropischen Gebietenvertretene Familie und umfasst ca. 25 Gattungen mit450 Arten. Kräuter oder Sträucher ohne Milchsaft,mit einfachen oder fingerförmig zusammengesetzten Laub-blättern. Nebenblätter zuweilen vorhanden oder zuDornen umgebildet. Blüten häufig zygomorph, seltenaktinomorph, zu Trauben vereinigt, meist 4-zählig, nichtselten mit ring- oder schuppenförmigem Diskus. Trag-blätter vorhanden. Kelch 4-blätterig. Krone in derRegel mit 4 diagonal gestellten Blättern. Androeceumsehr verschieden gestaltet, 4, 6 oder viele, zuweilen aufeinem + langen Träger (Androphor bezw. Androgyno-phor) in die Höhe gehoben, ein Teil der Staubblätterhie und da staminodial. Fruchtknoten aus 2 bismehreren Fruchtblättern gebildet, 1- bis mehrfächerig,meistens auf einem + langen Achsenstück (Gynophor)in die Höhe gehoben. Fruchtkapsel schoten- oderbeerenartig. Samen zahlreich, nierenförmig, kampylo-trop, ohne oder mit unbedeutendem Nährgewebe. Em-bryo gekrümmt. Keimblätter zusammengewickelt, ge-faltet oder gedreht. Einzelne Arten werden gelegent-lich als Zierpflanze angetroffen, so z. B. Cleömepüngens Willd. und C. spinösa L. aus Südamerika,Cleomella Mexicäna DC. aus dem westl. Amerika,Pedicelläria pentaphylla Schrank aus den wär-meren Gebieten der alten Welt, Isömeris arböreaNutt. aus Kalifornien, Polanfsia graveolens Raf.aus Nordamerika; letztere Art bei Mannheim (1910) undbei Ludwigshafen (1910 und 16) sowie bei Würzburg (1917)verwildert. Als Nutzpflanze kommt in Betracht Cap-paris 1 ) spinösa L. Kappernstrauch. Franz.:Cäprier; ital.: Cappero (Fig. 890). Bis meterhoher,ästiger, mit nach rückwärts gerichteten Stipularstachelnversehener Strauch aus dem Mittelmeergebiet (östlich bisTurkestan). Laubblätter wechselständig, kurzgestielt, ein-fach, eirund bis fast kreisrund, stumpf, an den Nerven(ebenso die jungen Zweige und Blütenstiel) meist rot angelaufen, am Grunde mit 2 kurzen, drüsigen Neben-blättern. Blüten sehr gross, langgestielt, einzeln in den Blattachseln stehend. Kelchblätter 4, am Grundeverbunden. Kronblätter 4, gross, weisslich bis rötlich, frei. Staubblätter zahlreich, mit kleinen Antherenund mit langen, gebogenen, roten Filamenten. Gynophor kurz. Frucht eine vielsamige, pflaumengrosse,5 cm lange, schotenartige Beere. Die unreifen, erbsengrossen, 1,2 cm langen und bis 0,7 cm breiten, gerundet-vierseitigen, schief-eiförmigen, etwas flachgedrückten, von den ungleichgrossen Kelchblättern eingeschlossenenBlütenknospen bilden die als Gewürz benütztenKappern". Diese lässt man nach dem Pflücken zunächstim Schatten welken; dann werden sie gesiebt, nach der Grösse sortiert und 3 Monate lang in Essig mitSalzzusatz oder nur in Salz oder aber in Oel gelegt. Als beste Sorten gelten die südfranzösischen (diesog.Nonpareilles") aus der Provence (Aix, Toulon, Marseille); geringere grössere Sorten kommen aus Algier,

Fig. S90. Capparis spinösa L. a Habitus ( x /g natürl.

Grösse), h Blütendiagramm (nach Ei c hier), c Blütenknospe.

d Blütenknospe (längsgeschnitten). «Samen, f Fruchtknoten

(stark vergrössert). g Frucht.

J ) Von Kabar, arabischer Name der Pflanze, bereits bei Plinius und Dioskorides.