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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Südwestrussland wird die Pflanze aus der podolischen Triftformation angegeben. Eine Form mit gefülltenBlüten wurde von Jirräsek im südlichen Moldautale beobachtet. A. saxatile wird ab und zu in Gärtenkultiviert und verwildert aus diesen gelegentlich.

1357. Alyssum desertörum l ) Stapf (= A. minimum Willd. nee L., = A. VindobonenseBeck). Kleinstes Steinkraut. Fig. 874e bis m.

Einjährig, 10 bis 12 (20) cm hoch. Wurzel dünn, spindelförmig. Stengel aufrecht,einfach oder am Grunde ästig. Aeste teilweise in sterile Blattrosetten endigend, von Stern-haaren weisslichgrau. Laubblätter lineal-lanzettlich, spitz, in den Blattgrund verschmälert,ganzrandig, von Sternhaaren grau. Blüten an der Spitze des Stengels dicht-traubig gehäuft,auf 1 bis 1,5 mm langen, sternhaarigen, aufrecht-abstehenden Stielen. Kelchblätter 1,5 mmlang, schmal-weisshautrandig. Sternhaare teilweise mit sparrig-abstehenden, verlängertenAesten. Kronblätter 2 mm lang, schmal-keilförmig, an der Spitze ausgerandet, kahl oderunterseits spärlich sternhaarig. Staubfäden der längeren Staubblätter am Grunde verbreitert;die der kürzeren mit zweizähniger Schuppe versehen. Längere Staubblätter ca. 1,6 mmlang. Früchte (Fig. 874 d) in verlängerter Traube auf 3 bis 4 mm langen, aufrecht-ab-stehenden Stielen, 3,5 bis 5 mm lang, breit-eirundlich, vorn ausgerandet, breit berandet.Klappen gewölbt, kahl, glatt. Griffel dünn, ca. 1 /z mm lang; Narbe kaum breiter als derGriffel, kopfig. Samen 2 bis 4, eiförmig, 1 mm lang, hellbraun, glatt, ringsum geflügelt. IV bis V.

Sehr selten in der Ebene an sonnigen, trockenen Hängen, Dämmen, Bahnböschungen;auf Sand und Erde. Nur in Oesterreich und zwar spontan einzig in Niederösterreich.

In Deutschland nur adventiv. In Bayern früher beim Südbahnhof München, bei Steinbach beiAschaffenburg und bei Ludwigshafen (1903). Ausserdem bei Strassburg (1900). Altlandsberg bei Berlin (früher)und in Berlin an der Kaiser Franz-Grenadier-Kaserne (1868). In Oesterreich in Niederösterreich am Bahn-damme zwischen Wagram und Gänserndorf (1889), auf den Schanzen bei Jedlesee (1889), bei Wiener-Neustadt,um Wien von Hernais bis Döbling (früher) ; in Mähren adventiv bei Joslowitz, Rochusberg bei Ungarisch Hradisch.

Allgemeine Verbreitung: Osteuropa (Donauländer, Illyrische Länder, Süd-russland); Westasien; in Aegypten eingebürgert.

Alyssum desertörum gehört dem pontischen Element an. In den Sandsteppen von Ungarn ist die Arteine charakteristische Begleitpflanze der Federgrasflur.

1358. Alyssum Transsilvänicum Schur (= A. Styriacum Jord. et Fourr., = A. mon-

tänum L. var. rosträtum Breitenlohner, = A. montanum L. subsp. repens ö Transsilvänicum

[Schur] Baumg.). Siebenbürger Steinkresse. Fig. 874n bis q.

Ausdauernd, bis 60 cm hoch. Wurzel ästig. Achse aufrecht oder aufsteigend, imunteren Teile verholzt, ästig. Aeste locker beblättert, in sterile Blattbüschel endigendoder Blütentrauben tragend, dicht sternhaarig. Laubblätter schmal verkehrt-eiförmig, gegenden Grund zu verschmälert, spitzlich oder fast stumpf, ± reichlich mit Sternhaaren (Fig. 874q)-besetzt (Sternhaare des Blattrandes [und des oberen Stengelteiles sowie der Blütenstiele] miteinzelnen, verlängerten, abstehenden Zacken); die oberen schmäler, verkehrt-eilanzettlich.Blüten in ziemlich lockerer Traube auf 2 bis 3 mm langen, sternhaarigen, aufrecht-abstehenden Stielen. Kelchblätter ca. 4 mm lang, eilänglich, weisshautrandig, sternhaarig.Kronblätter (Fig. 874 o) 5 bis 7 (8) mm lang, keilförmig, unterseits spärlich sternhaarig,goldgelb. Längere Staubblätter geflügelt, unter der Spitze gezähnt, ca. 3 bis 4 mm lang;kürzere Staubblätter gegen den Grund zu gezähnt. Schötchen (Fig. 874 p) in verlängerterTraube auf 5 bis 10 mm langen, fast wagrecht - abstehenden Stielen aufrecht-abstehend,

') Vom lat. deserta = Steppen, Wüsten,