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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Fig. 874. Alyssum Alyssoides L. a Papillen und Sternhaare des Laubblattes.Alyssum saxatile L. b Habitus (*/a natürl. Grösse), c Fruchtstand, d Frucht.Alyssum desertorum Stapf, e Habitus. /Blüte. ^Staubblätter, h Frucht längs-gfeschnitten, i Frucht, k Samen. /, vi Sternhaare des Laubblattes. AlyssumTranssilvanicum Schur. « Habitus, o Kronblatt, p Frucht, q Sternhaare des

Laubblattes.

bedeckt; Aeste in sterile und in stengeltragende Blattrosetten endigend. Stengel einzeln odermehrere, aufrecht oder aufsteigend, rund, einfach oder ästig, von Sternhaaren graugrün.Grundständige Laubblätter gestielt, verkehrt-eiförmig bis lanzettlich, spitz oder stumpf,ganzrandig oder spärlich un-deutlich gezähnt, auf derUnterseite dicht sternhaarig,graugrün, auf der Oberseiteweniger reichlich behaart,grün. Stengelblätter sitzend,lanzettlich bis lineal-lanzett-lich. Blüten indichttraubigem,oft durch zahlreiche, seitlicheTrauben rispigem Blüten-stand. Blütenstiele 3 bis 5 mmlang, sternhaarig, aufrecht-abstehend. Kelchblätter breit-eiförmig, 2 bis 2,5 mmlang, in der vorderen Hälfteweiss-hautrandig, sternhaarig.Kronblätter verkehrt-eiför-mig, kurz genagelt, an derSpitze ausgerandet, 3 bis5 mm lang, kahl, gelb. Längere

Staubblätter 2,5 mm lang. Staubfäden am Grunde mit einem stumpfen Anhängsel. Früchte inverlängerter Traube (Fig. 874 c), auf 6 bis 8 mm langen, abstehenden, ziemlich dünnenStielen, rundlich-verkehrteiförmig (Fig. 874 d), 5 mm lang, an der Spitze abgerundet odergestutzt. Klappen wenig gewölbt, netznervig, mit einem nur am Grunde undeutlich sichtbarenMittelnerven, kahl. Griffel ca. 1 mm lang, dünn. Narbe kaum breiter, kopfig. Samen 1,8bis 2 mm lang, glatt, braun, schmal-geflügelt. IV bis V.

Zerstreut und selten an sonnigen, trockenen Felsen der montanen Stufe der Gebirge.Auf Kalk, Basalt, Glimmerschiefer, selten auch auf Granit und Phonolit.

In Deutschland im Fränkischen Jura bei der Behringersmühle, Stempfermühle bis zur Oswalds-und Rosenmüllershöhle, am Hummerstein, Brunn zwischen Pegnitz und Pottenstein, Staffelberg, Friesener Warte,angeblich bei Pappenheim, Nagelberg, Hesseiberg (früher), von Erdner ohne Erfolg bei Joshofen ausgesät, imKeupergebiet verwildert an der Schlossmauer in Abenberg bei Schwabach; verwildert auch bei Neustadt in der Pfalz(1903), in Sachsen an der Eulenkluft bei Wechselburg, an der Elbe bei Nüschütz und am Göhrisch, Zadel, Diesbar.Seusslitz, verwildert bei Kronensruh bei Neuhaldensleben, bei Sanssouci bei Potsdam (früher) und bei Schwerin. InOesterreich in Salzburg (Drachenwand bei Mondsee), in Oberösterreich (Schoberstein, Drachensteine, hieund da an den Ufern der Traun, Granitfelsen bei Schloss Neuhaus), in Niederösterreich (häufig im nordwest-lichen Granitplateau von der mährischen Grenze südlich bis an die Pielach, bei Steinabrunn, Staatz, Hain-burg), in Böhmen (im Moldau-, Beraun- und im unteren Eibtal [von Leitmeritz bis Tetschen], im Erzgebirge,Wattawa- und Maltschgebiet), in Mähren (bei Trebitsch, Znaim, Pollau, Nikolsburg, Punkra- und Josefstal,Doubrawnik und Nedvveditz bei Tischnowitz) und angeblich in Krain (bei Pölland an der Kulpa). In derSchweiz nur adventiv bei Surava (Graubünden).

Allgemeine Verbreitung: Fränkischer Jura, oberes Elbegebiet, Donauländer,Illyrische Gebirge, Nordbalkan, Galizien, Südrussland; Kleinasien.

Alyssum saxatile gehört dem pontischen Element an (vgl. Alsine setacea Mert. et Koch, Bd. III,pag. 395) und besiedelt fast ausschliesslich sonnige Felsfluren (Fig. 870). Ueber die Begleitpflanzen in Zentral-böhmen siehe unter Erysimum crepidifolium pag. 431 und Aster alpinus Bd. VI, pag. 427. Auch im nieder-österreichischen Waldviertel bewohnt die Pflanze mit Arten des Stipetums die Felsflur; aus den Karpaten, aus