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CCCXXVI. Cäkile 1 ) Miller (= Kakile Desf.). 2 ) Meersenf. Franz.: Caquillier,roquette de mer; engl.: Sea-Rocket; ital.: Baccherone, ravastrello.
Einjährige, strandbewohnende, kahle Kräuter mit dicklich-fleischigen, ungeteiltenbis doppelt fiederspaltigen Laubblättern. Eiweissschläuche im Mesophyll der Laubblätter.Kelchblätter aufrecht, die seitlichen am Grunde gesackt. Kronblätter genagelt mit ganz-randiger bis seicht ausgerandeter Platte, lila oder weiss. Staubfäden einfach, frei. An derInnenseite der kurzen Staubfäden je eine halbmondförmige, innen etwas eingebuchteteHonigdrüse, ferner je eine Drüse aussen vor jedem langen Staubblattpaar. Fruchtknotensitzend. Griffel nicht deutlich abgesetzt. Narbe breit, sitzend. Frucht (Taf. 125, Fig. 31, 65;Taf. 130, Fig. lb) kurz schotenförmig, zur Reifezeit korkig verhärtet, mit krustenartigerinnerster Schicht der Fruchtwand, durch eine quer nach innen vorspringende Wucherungder Fruchtknotenwandung in 2 übereinanderliegende ungleiche Glieder geteilt („Hetero-merikarpie"), deren Hohlräume nur durch eine ganz schmale, schlitzförmige, median ver-laufende Spalte in Verbindung bleiben. Scheidewand nur im jugendlichen Zustand alssolche erkennbar (Taf. 125, Fig. 65), später in Gestalt eines dünnen Häutchens an die eineFruchtwand angedrückt. 3 ) Beide Fruchtglieder einfächerig und in der Regel 1- (selten 2-)sämig, nicht aufspringend. Unteres (Valvar- oder Klappen-) Glied normal kreiseiförmig,zusammengedrückt, an der Spitze breiter als das obere Glied und oft mit hornartigenFortsätzen versehen, mit dachförmig gewölbter, in eine Vertiefung des oberen Gliedespassender, oder auch ebener Endfläche, mit meist einem hängenden Samen; bei Ver-kümmerung des Samens bleibt das untere Glied stielrundlich, oft stielförmig. Oberes(Stylar- oder Griffel-) Glied sich bei der Reife leicht von dem unteren trennend, eiförmig-oder länglich-lanzettlich, seltener eiförmig bis fast kugelig, zusammengedrückt oder 4-kantig,längsnervig, mit meist einem aufrechten Samen; Grundfläche meist ausgehöhlt und oftjederseits mit einem hornförmigen, in die seitlichen Ausschnitte des unteren Gliedes passendenAnhängsel und dadurch spiessförmig. Samen (Taf. 130, Fig. lb, lc) gross, etwas zu-sammengedrückt. Keimling in der Regel Seiten- (selten rücken-) wurzelig. Keimblätterdick, meist plankonvex (selten mit Andeutung einer Längsfaltung).
In neuerer Zeit werdtn meist etwa 4 Arten innerhalb der Gattung angenommen, die indessen wohlauf deren 2 zu reduzieren sein dürften; sie bewohnen in ihrer Gesamtheit die Küstengebiete von Europa,Südwestasien, Nordafrika, Australien, das östliche Amerika von Neufundland bis Venezuela, sowie Kalifornien(verschleppt?) und Kolumbien. Hinsichtlich ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen gehört die Gattung Cakile,die von Prantl mit Rücksicht auf die meist flachen Keimblätter zu den Sisymbriinae gestellt wird, zweifellosin die nächste Nähe der Brassicinae (etwa neben Rapistrum); die flache Gestalt der Keimblätter ist, wieA. v. Hayek (Beihefte zum Botan. Zentralblatt XXVII [1911], Abt. II, pag. 266) mit Recht hervorhebt,sicherlich nur als Anpassungsmerkmal (von geringem phylogenetischem Alter) aufzufassen in dem Sinne, dassdie dickliche Konsistenz der Blattorgane die Keimblätter zur Längsfaltung ungeeignet macht.
Ausser unserer Art wurde im Gebiete verschleppt beobachtet Cakile lanceoläta (Willd.) O. E.Schulz (= Räphanus lanceolatus Willd.), eine in dem oben genannten amerikanischen Areal der Gattung ver-breitete, vielleicht auch in Australien vorkommende Art, die sich von C. maritima hauptsächlich durch dienicht berandete, wagrechte, fast flache (nicht dachförmige), oft etwas eingeschnürte Gliederungsstelle derFrucht und stets unbehörntes unteres Fruchtglied (vgl. jedoch auch C. maritima var. edentula und var. mono-sperma) unterscheidet; bei uns in der subsp. edentula (Bigel.) O. E. Schulz (= Bünias edentula Bigel.,= Cakile edentula Hooker, = C. Americana Nutt., = C. maritima var. Americana Torr, et Gray, = C. mari-tima Pursh nee Scop., = C. Cubensis Millspaugh nee H. B. Kth.) bei den Lagerhäusern von Ludwigshafen
') Angeblich ein arabischer Name (Kakeleh); zuerst von Serapiofn] (1552) in der Form Chakilegebraucht. Die Ableitung von gr. xaxög [kakds] = schlecht (also Unkraut) hat nicht viel Wahrscheinliches.
2 ) Vgl. besonders Ch. F. Millspaugh in Field Columb. Mus. Publ. 50 Bot. Ser. Vol. II, 2 (1900),pag. 123 bis 133 und O. E. Schulz in Urban Symbol. Antill. III, 3 (1903), pag. 499 bis 507.
3 ) Vgl. E. Hannig in Botan. Zeitung LIX (1901), pag. 232, Taf. IX, Fig. 6 bis 9.