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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Tafel 130.

Erklärung der Figuren.

Fl g- 1. Cakile maritima (nr. 1239). Blütenspross.» 1 a. Blüte (vergrössert).» 1 b. Längsschnitt durch die Frucht.» 1 c. Querschnitt durch den Samen.» 2. Isatis tindoria (nr. 1242). Blüten- und Frucht-zweig.» 2a. Blüte (vergrössert).» 2 b. Querschnitt durch den Samen.

Fig. 3. Sinapis alba (nr. 1244). Blütenspross.

3 a. Frucht.

3 b. Same (vergrössert).

3 c. Querschnitt durch denselben.

4. Brassica arvensis (nr. 1258). Habitus.

4 a. Blüte (vergrössert).

4b. Keimling.

übrigen Areal beziehen sich wohl durchwegs oder überwiegend auf die f. subauriculata der var. genuina,he ein morphologisches Uebergangsglied zur var. auriculata darstellt und ihr, zumal bei kräftig entwickeltenExemplaren, oft recht nahe kommt). Abänderungen der Rasse auriculata sind: f. dentäta Rouy et Fouc.^rundblätter gezähnt oder etwas eingeschnitten (beim Typus der Rasse ganzrandig). subvar. polysperma 1 )(Willk. et Costa) Thellung (= K. polysperma Willk. et Costa, = Cochlearia polysperma Costa ex Willk.). Fruchtgrösser, bis über 5 mm lang, ihre Klappen stark gewölbt, fast glatt und mit nur schwachem Mittelnerv; Fächer'0-bis 12-samig. Bisher nur aus Catalonien beschrieben (Eine zweifelhafte Pflanze, die Willkomm selbstspäter in seinem Prodromus florae Hispanicae völlig übergeht).

Kernera saxatilis ist fast völlig kalkstet, weshalb sie in den Zentralalpen nur auf kalkreichem Ge-stein auftritt. Den Granit- und Porphyrgebirgen fehlt sie gänzlich. Einzig im Dauphine gibt sie Bonniera uch auf kalkfreier Unterlage an. Die Pflanze scheint ein niederschlagsreiches Klima zu bevorzugen, da sie'u der xerothermen Ebene des Churer Rheintals sich nach Braun wegen der Trockenheit nirgends beständigz u halten vermag, während sie z. B. am regenreichen Südfuss der Alpen in der gleichen Meereshöhe (500 bis°00 m) und noch tiefer gut gedeiht. Ueber die Begleitpflanzen in den nördlichen Kalkalpen siehe bei Cerastium'atifolium (Bd. III, pag. 368). Mit den grossen Alpenflüssen wandert K. saxatilis nicht selten in die Ebene"Mab, um sich dort zuweilen fest anzusiedeln, ähnlich wie in den Südalpen Petasites niveus, Chondrilla pre-n anthoides, Campanula cochleariifolia und C. caespitosa, Valeriana saxatilis, Arabis pumila, Saxifraga Burserianau nd sedoides, Heliosperma alpestre, Dianthus Sternbergii, Gypsophila repens, Pinguicula alpina, Linaria alpina,^alamintha alpina, Salix glabra, Carex sempervirens und mucronata, Selaginella Helvetica etc. Auch als Neu-ansiedler tritt K. saxatilis gelegentlich auf alten Mauern in Wäldern auf neben Primula Auricula.

Die Blüten sind nach Kern er proterogyn. In einem ersten weiblichen Stadium (Fig. 768 e)schliessen die noch kleinen Kronblätter knospenartig zusammen und lassen an der Spitze nur eine kleine"Jeffnung zwischen sich, die fast ganz von der grossen Narbe ausgefüllt wird. Ein honigsaugendes Insekt mussalso die Narbe unfehlbar streifen und, falls es sich an einer älteren Blüte mit Pollen beladen hat, Fremd-bestäubung bewirken. Später lockert sich die Blüte, die Kronblätter vergrössern sich und beugen ihre Platteauswärts, so dass die pollenbedeckten Antheren sichtbar und zugänglich werden (Fig. 768 g). Die eigenartigeöeitwärtskrümmung der längeren Staubfäden nach den kurzen hin (Fig. 768 f) bewirkt eine starke An-sammlung von Pollen auf den beiden Lateralseiten der Blüte, wo ja auch die einzig vorhandenen 4 Honigdrüsens 'ch befinden, während auf den Medianseiten, wo Honigdrüsen fehlen, der Zugang zum Blütengrund gleichsamdurch Querbalken gesperrt ist. Infolge dieser Flankierung der Honigzugänge durch stäubende Antheren müssens 'ch besuchende Insekten in diesem Stadium notwendig mit Pollen beladen. Nach anderen Beobachtern können*he Blüten auch homogam sein. Die 6 nach innen aufspringenden Antheren stehen dann fast gleich hoch undSI nd so gestellt, dass ein honigsuchendes Insekt sie streifen muss und mit der anderen Seite des Kopfes diegleichzeitig entwickelte, langlebige Narbe berührt, wodurch Kreuzbestäubung begünstigt wird. Bei trübem Wettererfolgt bei halbgeschlossenen Blüten Selbstbestäubung. Die Kronblätter vergrössern sich nach der Blüte etwas undbleiben eine Zeitlang am Grunde des heranwachsenden Fruchtknotens, der häufig eine dunkelpurpurne Färbungannimmt, stehen; die älteren Blüten bilden so, namentlich durch die Kontrastfärbung, die ihnen ein gesprenkeltesaussehen') verleiht, ein wirksames Mittel zur Erhöhung der Auffälligkeit des Blütenstandes und dienen derAnlockung der Insekten zu gunsten der jüngeren, befruchtungsfähigen Blüten. Als Abnormität sind gelegentlich4 "klappig e Früchte (oft vereinzelt unter normalen im gleichen Fruchtstand) zu beobachten.

') Von gr. noXvg [polys] = viel und asiSQ/ia [sperma] = Same.

a ) Aehnlich der Dolde der Mohrrübe (Daücus Caröta) mit schwarzpurpurnen zentralen Döldchen.

Ht E i, Flora, Bd. IV.

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