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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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(cf. Murr in Allg. bot. Zeitschr. 1910, pag. 119). Frucht am Grunde nicht ausgerandet, sondern die Klappen in denStiel herablaufend (Bastion in Riva [Gardasee], nach Murr). f. quadriloculäris Murr. Abnormität mit4-fächeriger Frucht (Bei Brixen in Tirol beobachtet).

II. subsp. coronopif ölia (L.? All.) Rouy et Fouc. sens. ampl. (incl. subsp. lima Rouy et Fouc.)(= B. coronopifolia L. Mant.? nee herb., AU., DC. etc., = B. levigata var. coronopifölia Arcangeli, = var.angustifolia Walp. ?, = var. pinnatffida Gren. et Godron, = var. ambigua Willk. et Lange ex p.). Laubblätter bisüber die Mitte der Spreitenhälfte fiederspaltig, dicklich, lederig und hart, am Rande ungerollt, mit dickem, weissemMittelnerv, beiderseits lang stechend-steifhaarig, die Borsten auf Höckerchen aufsitzend. Nur im Mittelmeergebiet,zunächst bei Fiume und vielleicht auch im österreichischen Küstenland. Zerfällt in: var. legftima Thell. Fieder-lappen entfernt, jederseits nur 2 bis 3 (bis 4), meist gegenständig.var. lima (Rchb.) Fiori u. Paoletti (= B.lima Rchb., = B. levigata subsp. B. lima Rouy et Fouc). Fiederlappen mehr genähert, jederseits 4 bis 5 (6).Die Blüten sind zu ziemlich auffälligen Ständen vereinigt und werden, namentlich im Gebirge, vonBienen viel besucht. Nur die seitlichen, an der Aussenseite des Grundes der kurzen Staubfäden sitzendenHonigdrüsen scheiden Nektar aus, der sich in dem etwas ausgehöhlten Grunde der seitlichen Kelchblätteransammelt. Die 2 Läppchen am Grunde der Platte der Kronblätter sind ungleich gross; das grössere, den kurzen

Staubblättern zugekehrte bildet eine Saftdecke, die nur einen kleinen Zugangzu dem Nektar freilässt, während das der Medianlinie zugekehrte Läppchen,entsprechend der Funktionslosigkeit der medianen Saftdrüsen, verkümmert ist.Die Staubbeutel der langen Staubblätter sind nach der Seite gedreht, so dassein von Blüte zu Blüte fliegendes Insekt fortwährend Kreuzung vermittelt.Beim Welken erfolgt Berührung von Antheren und Narbe, so dass auch imFalle ausbleibenden Insektenbesuchs die Befruchtung durch Selbstbestäubunggesichert ist. Bei andauernd gutem Wetter sind die Blüten proterogyn und aufFremdbestäubung eingerichtet, bei länger dauerndem Nebel und Regenwetterdagegen homogam und durch Berührung von Narbe und längeren Antherenautogam. Als Abnormität wurden Tragblätter im Blütenstand beobachtet.

1202. Biscutella cichoriifölia J ) Loisel. (= Iondräba cicho-riifolia Webb et Berth., B. didyma Scop. [ex descr.!] nee L.,= B. auriculäta All. et auet. veter. nonnull. nee L.). Weg-warten blätteriges Brillenschötchen. Fig. 756a bis e.

Einjährig, 30 bis 60 cm hoch, einstengelig. Stengel aufrecht,einfach oder ästig, beblättert, dicht rauhborstig behaart. Grund-ständige Laubblätter meist rosettenförmig angeordnet, breit lan-zettlich, stumpf, in einen deutlichen Stiel verschmälert, am Randestark buchtig-gezähnt (Fig. 756b) bis fast fiederschnittig. Stengel-blätter lanzettlich, ziemlich spitz, sitzend, am Grunde deutlich ge-öhreltund dadurch fast stengelumfassend, am Rande buchtig ge-zähnt, alle + bewimpert. Blüten in einfacher oder verzweigter,sehr kurzer Traube, grösser als bei nr. 1201. Kelchblätter 4, auf-recht, (ohne Sporn) etwa 7 bis 9 mm lang; die beiden äusseren amGrunde in einen langen Sporn ausgezogen (Fig. 756c). Kronblättergelb, - den Kelch weit überragend, etwa 15 mm lang, mit langemNagel und breit-verkehrteiförmiger Platte. Schötchen starkflachgedrückt, gross, etwa 7 bis 9 mm lang und fast doppeltso breit, mit papillenförmigen Haaren besetzt (Fig. 756 e), ihreHälften fast kreisförmig, breit geflügelt und ausserhalb desRandnervs von einem bis 1 mm breiten, häutigen Flügelrandumsäumt, mit langem, pfriemlichem Griffelrest. Fruchtstieledick, aufrecht abstehend, meist länger als die Fruchtklappen.Samen flach, ca. 4 mm lang und 3 mm breit, braun. VI, VII>

Fig. 756. Biseuteila cichoriiföliaLoisel. a Habitus, b Grundblatt, c Blüte.d Dieselbe nach Entfernung der Blüten-hülle, die Honigsporne der Kelchblätterzeigend, e Frucht. B. auriculäta L,/ Blüte im transversalen Längsschnitt.g Frucht.

') Cichorium = lateinischer Name der Wegwarte; fölium = Blatt.