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(Drüsen). Stengelblätter schmäler, kürzer, ungestielt, stumpf, am Grunde meist schwachgeöhrelt. Blüten ziemlich gross (Taf. 127, Fig. 2 a), in lockeren, meist ästigen Trauben,gestielt. Kelchblätter gelblichgrün, etwa 2 1 jo. bis 3 mm lang, alle ohne Sporn und abstehend.Kronblätter gelb, länglich verkehrt-eiförmig, 5 bis 6 mm lang, am Grunde in einen sehrkurzen Nagel zusammengezogen und oberhalb desselben jederseits mit einem stumpfenZahn. Schötchen stark flachgedrückt, kahl oder von kleinen Knötchen rauh, etwa 4 bis7 mm lang und fast doppelt so breit, seine Hälften fast kreisförmig, mit deutlichem Flügelrandund langem Griffelrest (Taf. 125, Fig. 43; Taf. 127, Fig. 2b). Fruchtstiele abstehend, meistlänger als die Fruchtklappen. Samen abgeflacht, ca. 2 bis 2 1 /2mm lang, + P/2 mm breit,braun. — (III) V, VI (manchmal bis XI; ausnahmsweise in tiefen Lagen auch mitten imWinter, z.B. am Gardasee [Riva, 1. Jan. 1911, leg. Imkeller]).
An sonnigen, trockenen Halden, auf Felsen, Schutt und Geröll; in den Alpen auchauf trockenen Weiden (Rasen des Seslerietums, Brachypodietums, Brometums und Semper-viretums), in Krummholzbeständen, in lichten Nadel- und Buchenwäldern, auf Berg- und Tal-wiesen; in Mitteldeutschland auch an Waldrändern und in Kieferwäldern sowie auf dürrenSandhügeln (Diluvium).
In Deutschland imElsass 1 ): sehr zerstreut und oft an künstlichen Standorten (Strassburg [ruderal,seit 17/8 auf dem Exerzierplatz und den Festungsmauern], Neuhof, Ruine Ortenstein ob DiefTental bei Scher-weiler, Burg Nideck [seit 1806], Colmar [in einer Kiesgrube südlich von Heitern], früher auf dem Glacisvon Neubreisach usw.; vonLachenal [um 1780] auch von Blotzheim unweit Basel angegeben, doch wohl irrig);in Baden: Kaiserstuhl zwischen Sasbach und Limburg nach Gmelin (1808) und v. Ittner beiSpenner (1829),seither nicht mehr beobachtet; herabgeschwemmt auf einer Rheininsel bei Ketsch in der Pfalz (1898, 1905);im Badisch-württembergischen Jura (hier als pontische Einstrahlung aufzufassen) im Donautal bei Werrenwag,Neidingen, Stetten a. k. M., Bronnen und Beuron 2 ); in Bayern: auf Heide- und Alpenwiesen bis 2240 m(Alpen und Hochebene verbreitet, mit Ausnahme des Salzach- und Bodenseegebietes, gegen die Donau zu seltenerwerdend; Jura: im südlichen Teil westlich bis zum Riedertal bei DoIInstein verbreitet; Keuper: Schwarzenbergbei Scheinfeld und Langenzenn). Sporadisch im Mittelrheingebiet (ob von Osten oder aus dem französischenGebiet [Cöte-d'Or] eingewandert oder ursprünglich aus den Alpen herabgeschwemmt?): im Nahetal beiKreuznach und bis Oberstein, im Rheintal bei Bingen und zwischen Oberwesel und St. Goar, im Ahrtal umAltenahr häufig an Felsen, in Nassau bei Braubach (Weihertal). In Mitteldeutschland hauptsächlich in denTälern der Elbe und der Oder (daher zu den „Pflanzen der postglazialen Stromtäler" gerechnet) im Anschlussan das böhmisch-mährische Verbreitungsgebiet, sowie westwärts bis Hannover (Reg.-Bez. Hannover und Hildes-heim): Hohenstein bei Hameln (am Ith angepflanzt); Harz: Mühlberg und Kohnstein bei Niedersachswerfen,Hahnenklee, Kohnstein bei Nordhausen; Königreich Sachsen: Dresden (Blasewitz, Waldschlösschen, Heller,Kaditz, Niederlössnitz, Naundorf), Meissen, Riesa; bei Halle, Dessau bis Magdeburg (Nordgrenze!) in der ProvinzSachsen, ferner bei Dobis, Wettin usw.; Schlesien: Aufhalt bei Neusalz, Kottwitzer Wald bei Breslau(Nordgrenze!) und angeblich am Czubel bei Wagstadt unweit Troppau. In Norddeutschland einzig im Güter-bahnhof von Danzig zweimal verschleppt beobachtet. In Oesterreich im ganzen Alpengebiet verbreitetvon der Berg- bis in die alpine Region, besonders auf Kalk, in den Zentralalpen oft seltener (in Tirol und Vorarlbergbis 2500 m, Steiermark bis 2700 m); mit den Flüssen auch in die Ebene herabgeschwemmt. Ausserdem zerstreutin Mähren (um Brunn mehrfach, Mohelno, Tempelstein, Nikolsburg, Znaim, Göding, Stramberg usw.) undBöhmen (Prag, Polzengebiet, Teplitz, Saaz). In der Schweiz im ganzen Alpensystem verbreitet und meisthäufig (Wallis 450 bis 2800 m, Tessin 420 bis 2700 m, Glarus bis 1950 m, St. Gallen bis zur Schneegrenze, Adula-gebiet bis 2300 m, Puschlav und Bernina bis über 2600 m). Fehlt dem Schweizerischen Jura vollständig mitAusnahme eines kürzlich (1907) beobachteten adventiven Vorkommnisses im Bahnhof Tavannes (Kanton Bern).
Diese Art gedeiht auf allen Bodenarten, selbst auf Serpentin; immerhin zeigt sie etwelche Vorliebe fürKalk (vgl. die Abarten). Sie wird durch Düngung und Bewässerung vertrieben und ist wie ihre pflanzen-geographischen Verwandten Globularia cordifolia, Sesleria caerulea, Erica carnea und überhaupt sehr vieleXerophyten gegen Höhenunterschiede fast unempfindlich und steigt von der Küste der Adria und den Uferndes Gardasees bis gegen die Schneegrenze; gelegentlich wird sie auch mit den Flüssen in die Ebene verschwemmt.
1 ) Die elsässische Pflanze wird von Rouy et Foucaud als besondere Unterart: subsp. väri*(Dumort. pro spec. = B. Alsätica Jordan) aufgeführt; nach unserer Einteilung dürfte sie zur subsp. eu-levigatavar. vulgaris gehören.
2 ) Vgl. K. Bertsch in Allg. bot. Zeitschr. XIX (1913), pag. 185.