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in denen die Pflanze auftritt, sind diesem Vorgang förderlich); indessen dürfte, da die pollenbedeckten Staub-beutel fast unmittelbar der Narbe anliegen, auch Selbstbestäubung vorkommen.
Vom verbreitungsbiologischen Standpunkt ist hervorzuheben, dass die Samen unserer Art nichtschwimmfähig sind und dass ihnen anscheinend (vgl. oben) auffallenderweise auch die Fähigkeit der klebrigenVerschleimung der Samenschale (bei Benetzung), die sonst den Samen fast aller siliculosen Cruciferen mitSpringfrüchten zukommt, und die z. B. der Verbreitung der Samen durch Wasservögel (vermittelst Anhaften anden Füssen derselben) förderlich sein könnte, abgeht. Anderseits aber könnte vielleicht in dem letztern Umstandeine Anpassung dieser Wasser- und Uferpflanze par excellence an ihren für eine Crucifere immerhin rechtungewöhnlichen Standort erblickt werden insofern, als die Samen beim Aufspringen des Schötchens fast not-wendigerweise in ein nasses oder feuchtes Medium gelangen müssen und, falls dann sofort die klebrige Ver-schleimung der Samenschale einträte, sogleich an oder in der Nähe der Mutterpflanze festkleben würdenund so nicht weiter verbreitet werden könnten.
CCCXIII. Teesdälia 1 ) R. Br.
Tisdälie, Rahle.
Ausser nr. 1187 wurde in Mitteleuropa verschleppt beobachtet: die zweite Art der Gattung, T. coro-nopifölia (Bergeret) Thellung (= Lepidium nudicaüle L., = Thlaspi nudicaule Bergeret, Desf., = Thl.nudicaule ß Lam. et DC, = Thl. coronopifölium Bergeret, = Guepinia Lepidium Desf., = Teesdälia Lepi-dium DC, = T. nudicaulis subsp. Lepidium Bonnier, = T. lepidia St. Lager, = T. reguläris Sm., =T. nudic. a reguläris ;Fiori et Paoletti). Der Hauptart sehr ähnlich und nahestehend, aber Pflanze nied-riger und zarter, meist kahl. Stengel in der Regel ganz blattlos. Grundblätter im Umriss linealisch bis lan-zettlich, stets spitz, ganz oder mit vorwärts gerichteten Sägezähnen oder + fiederspaltig mit spitzenLappen. Blüten noch kleiner. Staubblätter meist 4. Kronblätter alle fast gleich gross, spateiförmig. Fruchtkleiner (selten über 3 mm lang), fast kreisrund. Griffel völlig fehlend. Heimat: Mittelmeergebiet. Adventiv1894 und 1897 im Hafen von Mannheim, 1903 bei Ilvesheim (Baden) beobachtet.
1187. Teesdälia nudicaulis (L.) R. Br. (= Iberis nudicaulis L., = Thlaspi nudicaulea Lam. et DC, = Guepinia nudicaulis Bast., = Capsella nudicaulis Prantl, = Iberis bursi-folia Bergeret, = Thlaspi procümbens Lapeyr. ?, = Guepinia Iberis Desv., = Teesd. IberisDC, = Lepidium scapiferum Wallr., = Teesd. variifölia Lagreze - Fossat, = Folis nüdaDulac, = T. verna Bubani, = T. nudicaulis ß Iberis Fiori et Paoletti, = Crucifera TeesdäleaKrause). Nacktstengelige Tisdälie. Engl.: Shepherd Cress. T&i. 126, Fig. 1.
Einjährig, meist 8 bis 15 (20) cm hoch, mit kurzer Pfahlwurzel. Laubblätter meistsämtlich in grundständiger Rosette, im Umriss spateiförmig, 2 bis 5 cm lang, meist leier-förmig-fiederspaltig mit breitem End- und stumpfen Seitenzipfeln, kahl oder von einfachenHaaren schwach borstig gewimpert. Stengel einzeln oder mehrere, einfach, seltener ver-zweigt, aufrecht, kahl, meist unbeblättert, selten mit kleinen, lanzettlich-linealen Blättern.Blüten sehr klein, in gedrängter, endständiger, kurzer, später sich streckender Traube.Blütenstiele unter der Blüte kreiseiförmig angeschwollen. Blütenachse schwach schalen-förmig ausgehöhlt. Kelchblätter eiförmig, stumpilich, etwa 1 mm lang, sehr schmal hell-randig. Kronblätter 4, weiss, ungleich, die beiden äusseren fast doppelt so lang, schmal-elliptisch, ungenagelt, ganzrandig. Staubblätter 6, weiss, am Grunde mit je einem eiförmigen,kronblattartigen Anhängsel (Taf. 126, Fig. la; Taf. 125, Fig. 8). Griffel sehr kurz, aberdeutlich vorhanden, etwa so lang wie breit, an der jungen Frucht vorragend, bei derFruchtreife etwa halb so lang als die Ausrandung. Narbe unscheinbar, scheibenförmig,nicht breiter als das Griffelende. Schötchen schmalwandig, 3 bis 4 mm lang, breit elliptischoder breit-verkehrteiförmig, an der Spitze schwach ausgerandet und schmal- ( l /3 bis x \i mmbreit-) geflügelt, auf der Oberseite schwach konkav, auf der Unterseite stark gewölbt,durch die halb eiförmige, etwas sichelförmige Scheidewand 2-fächerig, jedes Fach mit2 hängenden Samen. Fruchtstiele abstehend, etwa solang wie das Schötchen. Samen rundlich-
*) Nach Robert Teesdale, einem wenig bekannten englischen Botaniker (f 1804), von RobertBrown (1812) benannt. Der Name der Gattung wird in neuerer Zeit meist Teesdälea geschrieben.