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rauh (seltener kahl). Samen kugelig, netzaderig, 2,5 mm breit. Selten wurde auch die var. ochroleüca(Sweet) Lindl. (= A. sulphürea Sweet, = A. Barclayäna Penny) in Deutschland (Spremberg 1878 bis 1897 undHafen yon Mannheim) beobachtet. Aus den Samen wird durch Auspressen ein klar hellgelbes Oel (thistle oil) gewonnen,welches zum Brennen und Schmieren, sowie in der Medizin als Purgiermittel, auf Java und in Nordamerika sogargegen chronische Hautkrankheiten, gegen Warzen und syphilitische Geschwüre angewendet wurde. Ebenso fanden
die Blätter früher als Diaphoreticumund Expectorans, in neuerer Zeit alsGegenmittel bei Morphinismus An-wendung. Ein Antimorphin ist abernicht vorhanden. — Dicranostigmaleptopödum (Maxim) Fedde ausChina. Adventiv im Hafen von Lud-wigshafen (1909).
3. Fumario ideae. Meistmilchsaftlose Kräuter oder Staudenmit in der Regel geteilten, zuweilenrankenden Laubblättern. Blüten meisttransversal-zygomorph; 1 oder 2 äussereKronblätter mit Aussackung oder Sporn.Staubblätter vor diesen stehend, 3-teilig,die seitlichen Abschnitte monothecisch,jede Hälfte also aus 8-fächerigen Staub-beuteln bestehend, am Grunde mitoder ohne Nektarien. Fruchtknotenschotenförmig, vielsamig oder eine1-sämige Schliessfrucht. Ausser denbeiden auch in Mitteleuropa spontanvorkommenden Gattungen Fumaria(pag. 45) und Corydalis (pag.36) be-finden sich nur wenige Fumarioideen in Kultur, so vor allem: Dicentra (Diclytra) spectäbilis (L.) DC. Doppel-sporn, Frauenherz (imOberengadin nochbei 1800m). Franz.: Coeur de Marie; engl.: Showy Dicentra. Heimat: China,Japan. Fig. 727. Buschige, 60 bis 90 cm hohe Staude. Stengel röhrig, rötlich oder graugrün. Laubblätter lang gestielt,doppelt oder mehrfach 3-zählig, unterseits graugrün. Blüten stattlich, zu einer endständigen, einseitswendigen, über-hängenden Traube vereinigt, an dünnen, biegsamen Stielen senkrecht nach abwärts hängend, am Grund mit Trag-blatt und 2 Vorblättern (Fig. 727h). Kelchblätter 2, sehr frühzeitig abfallend. Aeussere Kronblätter halbherzförmig,gespornt, die beiden inneren kleiner, eine Rinne bildend, mit kapuzenförmiger Mütze über den Antheren zusammen-schliessend. Griffel fadenförmig. Narbe gross, gelappt. Frucht eine 2-klappige, vielsamige Kapsel. Samen mit Anhang.Da die zum Nektar führende gebogene Rinne 18 bis 20 mm lang ist, kommen als Bestäuber nach Knuth nur2 langrüsselige Bienen (Bombus hortorum und Anthophora pilipes) in Betracht, während kurzrüsselige Bienen dieKronblätter in der Nähe der Nektarien anbohren. D. spectäbilis ist eine häufige Erscheinung unserer Bauerngärten,welche wie Rubus odoratus, Lychnis Chalcedonica immer mehr verschwindet. — Nur vereinzelt werden kultiviert:Dicentra chrysäntha Hook, et Arn. aus Californien. Pflanze niedriger. Blüten kleiner, goldgelb. —D. exi'mia (Ker) DC. aus Virginien. Blätter grundständig, doppelt-halbgefiedert, graugrün. — D. formösa(Andr.) DC. aus Nordamerika. Blätter grundständig, zartgrün, meist 3-fach fiederteilig. — Adlümia fungösa(Gmel.) Jrmisch (== Bicucülla formösa O. Kuntze) aus dem atlantischen Nordamerika. Zweijährige, 20 bis 40 cmhohe, zarte Pflanze mit kurzgestielten, rankenden Blättern und achselständigen Blüten. Kronblätter vereinigt,bis zur Reife bleibend, am Grunde nur sehr schwach ausgesackt. Frucht 2-klappig. Samen ohne Anhang.
1. Blüten radiär. Pflanzen mit Milchsaft (bei Glaucium nur in der Keimpflanze vorhanden).(P ap a veroideae) ................................3.
1*. Blüten zygomorph. Pflanzen ohne Milchsaft (Fumarioideae) ........... 4.
2. Narbe scheibenförmig, 4-bis 20-strahlig. Frucht eine mit Löchern aufspringende, vielsamige Kapsel(einer Streusandbüchse ähnlich)......................Papaver CCCIX.
2*. Narbe 2-lappig. Frucht lang, schotenartig, 2-klappig aufspringend.......... 3.
3. Blüten 1 bis 2 cm im Durchmesser, in Trugdolden angeordnet, mit orangegelbem Milchsaft.Frucht 1-fächerig........................Chelidonium CCCVII.
3*. Blüten 2 bis 4 cm im Durchmesser, einzeln, endständig. Frucht 2-fächerig aufspringend.
Glaucium CCCV1II.
Fig. 727. Dicentra spectäbilis (L.) DC. a, h Blütensprosse (Va natürl. Grösse).c Einzelblüte, d Staubblätter, e Innere Kronblätter. / Narbe, g Querschnitt durchden Fruchtknoten, h Tragblatt und Vorblätter, i Diagramm (nach E i ch 1 er).