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4,1 (1919) Dicotyledones : (II. Teil)
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Tafel 122.Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Berbern vulgaris (pag. 6). Blütenspross.

la. Fruchtzweig,

lb, c. Blüte (vergrössert).

Id. Staub- und inneres Kronblatt,lebisg. Staubblätter.

2. Lauras nobilis (pag. 11). Blütenspross.

2a. Längsschnitt durch die weibliche Blüte.

2b. Schnitt durch die männliche Blüte.

Fig. 2c. Querschnitt durch die Frucht.

2d. Staubblatt.

2e. Staubbeutel.

3. Glaucium flavum (pag. 23). Blütenspross.

4. Cheädoniutn maias (pag. 21). Blütenspross.

4 a. Blüte der var. laciniatum.

4b. Staubbeutel und Stempel.

4 c. Staubbeutel.

51. Fam. Berberidäceae. Sauerdorngewächse.

Sträucher oder Stauden mit wechselständigen, zusammengesetzten oder einfachenBlättern. Nebenblätter fehlend. Blüten meist einzeln oder zu traubenartigen Infloreszenzen-vereinigt, zwitterig, radiär, zyklisch. Kelch aus 2 oder 3 abwechselnden (Fig. 718c, 7191), 2- oder3-zähligen, freiblätterigen Kreisen gebildet. Krone aus 2 solchen Kreisen gebildet; Kronblätterin der Knospenlage dachziegelig sich deckend. Kronblätter am Grunde hie und da mit Honig-drüsen, manchmal Honigblätter ausgebildet. Staubblätter frei, in zwei 2- bis 3-zähligenKreisen angeordnet, an Zahl den Kronblättern gleich, vor denselben stehend, manchmal reizbar.Antheren mit Klappen oder Rissen aufspringend, intrors (Taf. 122, Fig. le, f, g). Frucht-knoten oberständig, stets 1, aus 1 Fruchtblatt gebildet (monomer), mit 1 bis zahlreichen, dichtam Grunde der Bauchnaht sitzenden, aufrechten, anatropen Samenanlagen mit 2 Integu-menten. Narbe gross, scheibenförmig (Fig. 719f), fast sitzend. Frucht meist eine Beere,seltener eine Schliessfrucht oder Kapsel (Fig. 721g, h). Samen mit reichlichem Nähr-gewebe, den kleinen, geraden Keimling umschliessend (Fig. 719h, i).

Die Familie der Berberidaceen ist hauptsächlich in den extratropischen Gebieten der nördlichenHemisphäre verbreitet. Stark vertreten ist sie besonders zu beiden Seiten des pazifischen Ozeans. Für Mittel-europa kommt einzig Berberis vulgaris in Betracht, während in den Südalpen Epimedium alpinumauftritt. Die Familie besitzt einerseits Beziehungen zu den Ranunculaceen, anderseits zu den Papaveraceen; vonbeiden unterscheidet sie sich durch den monomeren Fruchtknoten, von den Ranunculaceen ausserdem durchden regelmässig quirligen Bau der Blüten, besonders des Androeceums. Die Blütenhülle besteht aus zweiKategorien von Blättern (als Kelch und Krone bezeichnet); die äusseren entsprechen der Blütenhülle der Poly-carpier mit einfachem Perianth, die innern, die häufig Nektarien tragen, scheinen aus Staubblättern hervorgegangenzu sein. Beide Gruppen stehen in 2- bis 3-zähligen Quirlen. Die krautigen Teile und die Früchte sind reichan Apfelsäure, weshalb die Früchte von mehreren Arten (Berberis und Podophyllum; letztere liefert die wildeLimone, May apple oder Mandrake) gegessen werden. Rinde und die Wurzeln enthalten das bittere, gelbe,purgierend wirkende Berberin; sie werden auch zum Gelbfärben und Gerben verwendet. Mehrere Arten derGattung B erberis (siehe dort!), von Ep i m edium sowie selten Nandina dorn estic a Thunb. aus China undJapan werden bei uns als Ziersträucher in Gärten oder Kalthäusern gezogen. Offizineil ist Podophyllumpeltätum L., eine aus den schattigen Laubwäldern des atlantischen Nordamerika (Hudsonbai bis New-Orleansund Florida) stammende Staude, welche die Droge Podophylli num (Pharm. Germ, et Helv.) und Resi'naPodophylli (Podophyllumharz) liefert. Wurzelstock kräftig, weithin kriechend, bis über 1 m lang. Laub-blätter handförmig gespalten, schildförmig. Blüten einzeln, weiss, mit 6 Staubblättern. Frucht eine essbareBeere. Die Pflanze ist von alters her den Ureinwohnern der Vereinigten Staaten als wirksames Heilmittelbekannt. In dem Rhizom sind Harz, wachsartige Bestandteile, organische Säuren, Zellulose und Farbstoffvorhanden. Podophyllinum findet Anwendung (je nach der Dosis) innerlich als mildes Laxans oder als starkesDrasticum, bei habitueller Obstipation, Gelbsucht, bei Gallensteinkoliken, Leberkrankheiten, bei Hydrops,Hämorrhoiden.

1. Dorniger Strauch. Blüten 3-zählig. Laubblätter ungeteilt. Frucht eine rote Beere B erberis CCCIV.

1*. Staude mit zusammengesetzten Blättern. Blüten 2-zählig. Frucht eine aufspringende, mehrsamigeKapsel (Fig. 721h)......,.................. Epimedium CCCV.