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Auch diese Art ist wie die drei vorhergehenden sehr formenreich. Hieher var. s t en ophyllum(Wimm. et Grab.) Hayek (= Th. angusti'ssimum Crantz). Blattabschnitte lanzettlich bis lineal, die der oberstenBlätter schmallineal, ungestielt, eingerollt, unterseits besonders an den Nerven flaumig. — var. laserpitii-fölium (Koch) Hayek (= var. latisectum Neilr., = var. fällax Celak., = var. nigricans Beck, = Th.nigricans Scop.). Blättchen breiter, länglich-lanzettlich bis keilförmig, wenigstens z. T. 3-spaltig oder eingeschnitten;Unterseite und Blattscheiden der unteren Blätter zumeist etwas flaumig. — var. glandulösum (Lecoyer)Hayek (= Th. nigricans DC, = Th. rugdsum Poiret). Blättchen lanzettlich bis keilig verkehrt-eiförmig,wenigstens zum Teil 3-spaltig oder gezähnt, unterseits gleich den Blattscheiden fein drüsig-flaumig, mit vor-springenden gelben Adern. — Diese osteuropäische Art erscheint im nordöstlichen Deutschland vereinzelt anden Ufern und auf den Wiesen der Flusstäler neben Sagittaria, Butomus, Sparganium ramosum, Iris Pseuda-corus, Acorus Calamus, Malachium aquaticum, Stellaria glauca, Ranunculus Lingua und sceleratus, CochleariaArmoracia, Barbaraea stricta, Spiraea Ulmaria, Epilobium hirsutum, Lythrum Salicaria, Cicuta virosa, Oenantheaquatica, Sium latifolium, Berula angustifolia, Symphytum officinale, Menta aquatica und arvensis, LycopusEuropaeus, Stachys paluster, Solanum Dulcamara, Scrophularia nodosa, Veronica scutellata, Eupatorium, Bidenscernuus, Carex vulpina, disticha, paniculata, Glyceria plicata etc. In den Etschsümpfen von Südtirol erscheintTh. lucidum unter Weiden neben Phragmites, Melilotus altissimus, Althaea officinalis etc. In Böhmen findetsich die Art auch auf Salzwiesen (vgl. pag. 424). Die Einwanderung auf die bayerische Hochebene erfolgtevon Oesterreich her; in den Auen um Salzburg ist die Pflanze nicht selten. — Die Bezeichnung Th. angusti-folium wird am besten fallen gelassen, da Linne unter Th. angustifolium in erster Linie das Th. galioidesNestl. verstand.
1151. Thalictrum flävum L. (= Th. nigricans Jacq., = Th. anonym Wahr.). GelbeWiesenraute. Franz.: Fausse Rhubarbe, rue des pres. Taf. 121, Fig. 2.
Ausdauernd, 50 bis 120 cm hoch, mit kriechender Grundachse, meist stielrundeAusläufer treibend. Stengel aufrecht, kahl, kantig gerillt, matt, unverzweigt, seltener ästig.Untere Laubblätter gestielt, obere sitzend, 2- bis 3-fach fiederteilig, an den Verzweigungenoft mit schuppenförmigen Nebenblättchen. Blättchen sitzend, verkehrt-eiförmig, keilig (dieoberen länglich-lanzettlich), länger als breit, vorn 3- (bis 4-) spaltig, oben dunkel- untenhellgrün, unterseits fast stets kahl. Blütenrispe zusammengezogen, länglich-oval. Blütenaufrecht, gelb, wohlriechend, mit 4 lanzettlichen, spitzen, 2 bis 4 mm langen, weisslichenPerigonblättern und nicht überhängenden, gelben, spitzen Staubblättern. Antheren unbespitzt,aufrecht, kürzer als die Filamente (Taf. 121, Fig. 2a, 2c). Früchte gerade, rundlich, mit 6 ab-gerundeten Riefen, kahl, 1,5 bis 2,5 mm lang, mit rotbraunem Narbenrest (Taf. 121, Fig. 2b). —VI bis VIII.
Hie und da (fehlt in einzelnen Gegenden gänzlich) auf feuchten Wiesen, an See-und Flussufern, in feuchten Gebüschen, auf Moorwiesen, Torfmooren und in Dünentälern,an Altwässern; nur in der Ebene.
Allgemeine Verbreitung: Europa, gemässigtes Asien.
Aendert ab: var. fläccidum Schleich. Stengel verlängert, hin und hergebogen (Häufige Wuchsformdes Röhrichts). — var. silvestre Schleich. Pflanze hoch. Blättchen dunkelgrün, oft mit rötlichen Nerven,die der unteren Blätter keilförmig-länglich (In Wäldern und feuchten Gebüschen). — var. pratense Schleich.Niederer als vorige var. Blättchen blassgrün, die der unteren Blätter rundlich-verkehrt-eiförmig (Auf Wiesen). —var. h et er ophyllum Lej. Obere Stengelblätter mit plötzlich ganz schmallin;al-lanzettlichen bis linealenAbschnitten (Selten). — var. hybridum Jord. Stengel steif aufrecht, mit verkürzten Stengelgliedern. Blüten-stand stark verschmälert. — var. pubescens Rikli. Laubblätter unterseits fein behaart. — var. rufinerveLej. et Court. Stengel meist sehr starr, meist purpurn angelaufen. Blättchen breiter, oft rötlich angelaufen(Selten). — var. simpllciförme Vollmann. Stengel niedrig. Blättchen verkehrt-eiförmig-!ar zettlich. Blüten-stiele kurz, zusammengezogen (Bayern: Donautal). — Diese Art findet sich mit Vorliebe an Flussufern, inAuen sowie in der Verlandungszone der Seen, zuweilen in grösserer Menge, ohne indessen überall aufzutreten.In den Auen der grossen Flüsse erscheint die Pflanze nicht selten mit Valeriana officinalis, Gratiola officinalis,Teucrium Scordium (selten), Scutellaria galericulata, Barbaraea stricta, Lysimachia vulgaris, Symphytum offi-cinalis, Vicia sepium, Spiraea Ulmaria, Chaerophyllum bulbosum, Galium palustre, Epilobium hirsutum, Solanumdulcamara, Glyceria spectabilis, Phalaris arundinacea, in Norddeutschland Euphorbia palustris. Auf Flach-