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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Tafel 121.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Tlialictrum aquilegifolium (pag. 588). Bliiten-spross. la. Staubblätter und Fruchtknoten. Ib. Reife Frucht. lc. Fruchtquerschnitt. Id. Staubblatt. le, f. Junge Blüte.

,, 2. Tlialictrum flavutn (pag. 595). Blütenspross. 2 a. Blüte (vergrössert).

Fig. 2b. Früchtchen.

2c. Staubblatt.

2d. Reife Teilfrucht.

3. Thalktnim alpinum (pag. 589). Habitus.

3a. Früchtchen.

3 b. Einzelfrucht.

,, 3 c. Längsschnitt durch dieselbe.

4. Adonis aestivalis (pag. 600). Habitus.

5. Adonis vernalis (pag. 597). Habitus.

CCCII. Thalfctrum 1 ) L. Wiesenraute. Franz.: Pigamon.Kräuter oder Stauden mit zusammengesetzten, mehrfach gefiederten Blättern (letztereauf der Unterseite blässer). Nebenblätter vorhanden oder fehlend. Blüten in einfachen oderzusammengesetzten Trauben und Rispen, seltener in Trugdolden, meist zahlreich, klein undunscheinbar, gelb, seltener gefärbt. Perianthblätter 4 oder 5 (Taf. 121, Fig. le, lf), abstehend,sehr hinfällig (zuweilen schon beim Aufblühen abfallend). Honigblätter fehlend. Staub-blätter zahlreich, sehr lang (länger als die Perianthblätter), hängend oder aufrecht, stumpfoder bespitzt (Taf. 121, Fig. 2 c), mit linealen oder keulenförmig verdickten, oft gefärbtenFilamenten (Taf. 121, Fig. ld). Fruchtknoten auf scheibenförmigem Blütenboden, wenigzahlreich, gestielt oder ungestielt, hängend oder aufrecht, grün, längsgestreift, mit roter,sitzender Narbe (Taf. 121, Fig. la, 2a, 2b), mit einer einzigen (Taf. 121, Fig. 3c) hängenden,introrsen, epitropen Samenanlage. Früchte sehr vielgestaltig, gerieft bis geflügelt (Taf. 121,Fig. lb und lc), 1-sämig, nussartig.

Die Gattung umfasst ca. 85 Arten, die über die gemässigte und warme Zone, vorzugsweise im extra-tropischen Asien, Europa und Amerika verbreitet sind. Die Arten sind entweder als Pollenblumen (Th. aquilegi-folium), bei denen die Staubblätter als Schauapparat dienen oder aber als Windblütler mit gelegentlichem Insekten-besuch zu bezeichnen. Bei Th. purpurascens DC. aus Nordamerika ist Parthenogenese nachgewiesen worden.Hinsichtlich der Blattform handelt es sich um eine Weiterbildung des Laubblattes von Aquilegia; immerhinexistieren auch innerhalb der Gattung einzelne Arten (Th. ranunculifolium und Th. rotundifolium) mit einfachenLaubblättern. Bei einer ersten Gruppe (Th. aquilegifolium) erscheinen ziemlich grosse, breite und rundlicheTeilblättchen: beim Typus von Th. minus sind die Einzelblättchen bedeutend kleiner, um beim dritten Typus(Th. galioides) sehr schmal und lang zu werden, so dass eine entfernte Aehnlichkeit mit Gaben zum Ausdruckkommt. Bei mehreren Arten (nicht allen) kommen am Grunde der gefiederten Laubblätter, paarweise angeordnet,kleineStipellen" vor, welche nicht selten miteinander verwachsen. Diese Stipellen decken die Blatt-teile in der Knospenlage nach aussen; sie sind nach Goebel als selbständig entstandene Wucherungen zudeuten. Die. Früchte der meisten Arten zeigen keine besonderen Verbreitungsmittel; bei Th. aquilegifoliumsind die dreikantigen Früchte geflügelt (Taf. 121, Fig. lb, lc). Adventiv wurde als Seltenheit (Obersteina. d. Nahe) Th. glaücum Desf. aus Südwest-Europa beobachtet. Bei einzelnen Arten ist im Schwammparenchvmder Blätter (Th. aquilegifolium) oder aber in den Samen (Th. angustifolium) Blausäure nachgewiesen worden.

1. Blüten lila. Früchtchen gestielt, dreikantig-geflügelt, ungerieft Th. aquilegifolium nr. 1145.1*. Blüten gelblich oder grünlich. Früchtchen nicht oder nur kurz gestielt, längs gerieft ... 2.

2. Früchtchen kurz gestielt, zurückgekrümmt (Taf. 121, Fig. 3a). Unscheinbares, 5 bis 12cm hohesAlpenpflänzchen..........................Th. alpinum nr. 1146.

2*. Früchtchen ungestielt, gerade aufrecht (Taf. 121, Fig. 2 b). Meist stattliche, 20 bis 100 cm hoheStauden..................................... 3.

3. Fiederblättchen ungefähr so breit wie lang............... ... 4.

3*. Fiederblättchen (wenigstens diejenigen der mittlem und obern) Blätter entschieden länger als breit 5.

') Gr. &a?Jr]TQOV (thah'etron), andere Lesart DäXi'/.TQOv (thälictron) Name einer Pflanze bei Dios-korides, Mat. med. IV, 9/.

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