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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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an den Knoten wurzelnde Ausläufer treibend. Grundständige Laubblätter gestielt, 3-zählig.Blättchen sämtlich gestielt, 3-spaltig, im Umriss eiförmig, mit unregelmässig gezähnt-gelappten Abschnitten. Stengelblätter den grundständigen gleichgestaltet, allmählich nachoben einfacher mit schmäleren Abschnitten, die obersten sitzend, bandförmig 3-teilig mitlanzettlichen Abschnitten. Stengel aufrecht oder aufsteigend, kahl oder behaart, verzweigt,mehrblütig. Blüten 2 bis 3 cm im Durchmesser, goldgelb, glänzend, an + behaarten undgefurchten Blütenstielen. Perianthblätter 5, eiförmig, behaart, locker anliegend, kürzer alsdie 5 eiförmigen, 6 bis 12 mm langen, am Rande sich deckenden Honigblätter (Taf. 121,Fig. 2 a, 2b). Früchte auf kugeligem, borstlichem Blütenboden, 3 mm lang, rundlich,seitlich zusammengedrückt, kahl, mit deutlich abgesetztem Rand und breit-dreieckigem,kurzem, geradem oder schwach gekrümmtem Schnabel (Taf. 120, Fig. 2d). V bis VIII.

Häufig bis gemein an feuchten, schattigen Stellen auf Wiesen, an Ufern der Bäche,Teiche, an Gräben, in Wäldern, an Strassen- und Wegrändern, in Sümpfen, in Gärten,Weinbergen, in feuchtem Gebüsch, auf Schutt- und Maulwurfshaufen; von der Ebene bisin die alpine Region (Monte Peller bei Cles in Südtirol 2212 m, Bernina 2300 m).

Allgemeine Verbreitung: Europa, Kaukasien, Persien, Sibirien bis Kamt-schatka, Nordafrika, Madeira; in Nordamerika adventiv.

Aendert ab: var. typicus Beck. Grundblätter einmal 3-schnittig; mittlerer Abschnitt 3-lappig oder3-teilig. alle 3 oder nur der mittlere Abschnitt gestielt. var. my rrhiphy llus Wallr. Blätter doppelt 3-schnittig.Blättchen 3-spaltig, eingeschnitten-gezähnt. var. erectus DC. Pflanze mit blühendem, aufrechtem, 30 bis50 cm hohem Hauptstengel. Seitliche Ausläufer spärlich vorhanden oder ganz fehlend (Selten). var. angus-stisectus Gremli. Laubblätter tiefer eingeschnitten, mit schmäleren ; mehrlineal-lanzettlichcn, schärfer gezähntenAbschnitten (See- und sandige Flussufer). var. prost rätus Gaudin. Stengel fadenförmig, lang kriechend(bis 80 cm), ohne blühenden Hauptstengel. Blattabschnitte klein, rundlich (Selten). var. fistulösus Rosendahl.Sprossachsen sehr aufgebläht. Blüten bis 28 mm gross. Honigblätter dreimal so lang als die Perianthblätter.Honigschuppe gross, verkehrt-herzförmig (In Lappland beobachtet; vielleicht auch anderswo.) Glück unter-scheidet eine breitblätterige Form mit breiteren und weniger geteilten Segmenten (die häufigere Form) undeine schmalblätterige die var. reptabündus Jordan mit reichlicher geteilten Segmenten (Weniger häufig).Beide vermögen unter Wasser zu leben und erzeugen charakteristische Wasserformen mit langgestielten (2 bis3 mal so lang wie die der Landform) Laubblättern. Ausserdem ist die Blattfläche der Wasserblätter wenigerreichlich geteilt als bei den Luftblättern.

Die proterandrischen Blüten werden von zahlreichen Insekten aufgesucht. Gelegentlich werden weiblicheStöcke mit kleinen Blüten und reduzierten Staubblättern beobachtet. Gefüllte Blüten (selten mit röhrenförmigenHonigblättern), solche mit nur 3 Perianth- und 3 Honigblättern, Vergrünungen einzelner Blütenkreise, Keim-pflanzen mit 3 Keimblättern sind konstatiert worden. Eine gefüllte Form mit orangegelben Honigblättern wirdals f. aurantiacus Podpera unterschieden. R. repens vermehrt sich in ausgiebiger Weise auf vegetativemWege durch Bildung von oberirdischen Ausläufern, welche sich auf den Boden legen und festwurzeln. Dadurchkann die Pflanze, besonders auf Futterwiesen, schädlich werden. Auf Schutthaufen erscheint die Art nichtselten neben Tussilago Farfara, Glechoma hederacea, Potentilla anserina und reptans, Urtica dioica, Malachiumaquaticum, Achillea Millefolium etc. Bis in die alpine Region kann man R. repens auf dem trockenen Strassen-pflaster verfolgen. Früchte dieser Art (ebenso von R. Flammula, R. Lingua) kennt man aus den Pfahlbauten.

1124. Ranunculus polyänthemus *) L. ( R. ambiguus Jord.). Vielblütiger Hahnen-

f u s s. Fig. 692 a und b.Ausdauernd, 30 bis 60 (100) cm hoch, mit kurzem, abgebrochenem, faserigemWurzelstock, ohne Ausläufer. Stengel aufrecht, verzweigt, am Grunde nicht verdickt,unten abstehend-, oben anliegend behaart. Grundständige Laubblätter gestielt, handförmig3-teilig oder -spaltig; Blättchen tief 3-spaltig, + sitzend, mit schmal-lanzettlichen bis linealen,unregelmässig eingeschnitten-gesägten Abschnitten. Stengelblätter den grundständigen gleich-gestaltet, das unterste gestielt, die übrigen sitzend, die mittleren einfacher gestaltet, dieobersten nur noch tief gespalten mit schmallinealen Abschnitten, sämtlich + behaart. Blüten-

') Griech. .ToA'üg [polys] = viel und äv$e/log [änthemos] = Blume; wegen der grossen Zahl von Blüten.