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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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mit gestielten, ungleich 3-zähligen Blättchen und lanzettlichen oder linealisch-eingeschnittenen Zipfeln. Blüten3 bis S cm breit, meist gefüllt, gelb, weiss oder rot. Früchtchen mit kurzem, hakenförmigem Schnabel. V bis VI.Im Handel wird asiatischer bezw. persischer, schottischer oder holländischer sowie afrikanischer bezw. türkischeroder Turban-Ranunkel unterschieden. Eine höchst eigenartige Monstrosität, die zu einer klassischen Mystifakationgeführt hat, repräsentiert der 1755 von Joh. Gessner ausführlich beschriebene und abgebildete R. bellidi-flörus J. Gessner (vgl. Jäggi, Ber. der Schweizer. Botan. Gesellsch. Heft III, 1893). Dieses noch nie gesehenespectaculum" trug neben echten Ranunculusblüten solche von Bellis perennis.

Die Blüten sind homogam, seltener schwach proterogyn oder proterandrisch mit halbverborgenemHonig. Letzterer wird am Grunde der Honigblätter in einer meist + bedeckten, seltener offenen (z. B. R.sceleratus, Ficaria) Honigtasche abgesondert. Die Anlockung der Insekten geschieht durch die vorherrschendgelben, weissen (bei den Batrachiern am Grunde ein gelbesSaftmal") oder seltener roten Honigblätter. Derstarke Glanz auf der Oberseite zahlreicher Arten, welcher zwar meistens auf die oberen zwei Drittel beschränktist, wird nach Schaffnit (Ueber Nektarien der Ranunculaceen. Erlangen 1904), durch eine Stärkeschicht her-vorgerufen. Diese reflektiert das Licht und bewirkt gleichzeitig eine Spannung der Epidermis. Das nektar-bereitende Gewebe besteht stets aus lücklosen, kleinzelligen, stärkefreien Parenchymzellen, in welches einigeTracheen des benachbarten Leitbündels endigen. Zahlreiche Arten öffnen und schliessen ihre Blüten wiederholt.Die Mehrzahl der Arten besitzt an den Früchten keine besonderen Verbreitungsorgane. R. arvensis (Taf. 119, Fig. 4bund 4 c) sowie R. falcatus und orthoceras (Taf. 118, Fig. 4; Fig. 368 b) gehören zu den Häkelfrüchten und werdendurch vorbeistreifende Tiere verbreitet, während einige andere Arten (R. polyanthemus, montanus, glacialis und lanu-ginosus) flachgedrückte, mit einem Flügelrand (Windverbreitung 1) versehene Früchte aufweisen. Die Früchte derWasser-Ranunkeln und von R. Flammula subsp. reptans werden wohl durch Schwimmvögel verbreitet. Die vegetativeVermehrung erfolgt bei R. Ficaria durch Bulbillen (Fig. 684), bei R. repens und R. Flammula subsp. reptans durchwurzelnde Ausläufer. Mehrere Arten bilden Land- und Wasserformen, Seichtwasser- oder Zwergformen.

Der Saft der krautigen Hahnenfussarten enthält einen beissend scharfen, die Schleimhäute von Mundund Rachen stark reizenden, bitteren, flüssigen Stoff, der vielleicht mit dem Anemonin der Anemonen (pag. 519)identisch ist. Als besonders gefährlich sind zu bezeichnen R. sceleratus, acer, bulbosus, Flammula und Thora,weniger giftig sind R. Lingua, auricomus, Ficaria und Ianuginosus, während R. repens und polyanthemuskaum giftig sein dürften. Am gefährlichsten ist der Gift-Hahnenfuss (R. sceleratus). Das Weidevieh lässt diefrischen Hahnenfuss-Pflanzen in der Regel unberührt stehen. Denn im grünen Zustande verfüttert verursachenR. acer, aconitifolius u.a. bei Tieren Harnbrennen, Durchfall, Blutharnen, Fehlgeburten etc.; das Vieh gehtim Ertrag zurück und magert ab. In grösserer Menge genossen, kann die Pflanze in wenigen Stunden denTod veranlassen. Im getrockneten Zustande sollen die giftigen Eigenschaften verschwinden. Wegen des hohenWassergehaltes sind einzelne Arten (z. B. R. aconitifolius) schwer zu dörren und tragen oft zum Schimmelig-werden des Heues bei.

Der Bestimmungsschlüssel für die Arten folgt am Schluss der Gattung!

Fig. 684. RanunculusFicariaL.IndenBlatt-achscln und am Grundeentwickeln sichBul-billen".

*) Lat

ficus

1108. Ranunculus Ficaria 1 ) L. (= Ficaria ranunculoides Roth, =F. vernaHuds., = F. polypetala Gilib.). Scharbockskraut, Feigwurz. Franz.:Petit bassinet, pot au beurre, herbe au hemorroi'des, petite chelidoine;engl.: Figwort, pilewort, lesser Celandine; ital.: Chelidonio minore,erbafava, favagello. Taf. 118, Fig. 1, Fig. 683 e und f, 684 und 685.

Nach den glänzenden Blüten und Blättern (vgl. Caltha pag. 457 und Ranunculusacer, siehe dort!) heisst die Pflanze: Glisserli, Glitzerli, Glinzä (Schweiz), Botter-blome (Oldenburg), Butterblätter (Eifel), Smoltblome (Oldenburg), Schmalzblattl,-plötschlan (Kärnten), Anke(n)-Blüemli (Schweiz), Schmarblömmchen (Gotha),frühe Schmirchala (Riesengebirge), Spiegelblome (Bremen), Goldblüemli(St. Gallen), Sterne(n)-Bluem, Sternli.T ee-Blüemli (Schweiz), nach der Blütezeitgeele Osterblome (Oldenburg), Meiblä(d)r (Altmark), gäli Geissblüemli [vgl.Anemone nemorosa, pag. 522] (Schweiz), U f f arts-Blüemli (die Mädchen schmücken sicham Himmelfahrtstage [= Auffahrt] mit diesen Blumen) (Graubünden). Der Name Schar-bockskraut gründet sich auf die frühere Verwendung der Pflanze gegenScharbock"(Krankheit. Entlehnung aus dem Mlat. scorbütus). Erdgerste (Oesterreich) geht auf diegerstenkornähnlichen Brutknospen in den Blattachseln (Sage vomGetreideregen"l).Weitere Benennungen sind ferner Plapper(le)krut (Elsass), Kreuzerl a n (Kärnten),= Feige, Feigwarze; nach der Form der Wurzelknöllchen.