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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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mollis, Centaurea axillaris, rupestris und Pannonica, Lactuca perennis, Scorzonera Austriaca etc. Im Walliszählt diese Art mit Gagea saxatilis (Bd. II. pag. 207), Bulbocodium vernum, Adonis vernalis, Viola arenariaf. Allionii, Oxytropis Halleri und velutina, Poa concinna, Trisetum Gaudini zu den ersten Frühjahrsformen derwarmen Felsenheiden. In dem warmen Talkessel von Chur repräsentiert A. montana einenxerothermenRelikten" ähnlich wie das südalpine Dorycnium Germanicum, Galium rubrum, Tommasinia verticillaris, Laser-pitium Gaudini, Echinospermum deflexum etc.

1106. Anemone pratensis L. (= var. sordida Sanio, = A. intermedia Schultes, = Pulsa-tilla pratensis Mill., = P. reflexa Gilibert, = P. Breynii Ruprecht). Wiesen-Küchen-schelle. Taf. 116, Fig. 4.

Ausdauernd, 7 bis 30 (zur Fruchtzeit bis 45) cm hoch, mit starkem, dunklem,ein- oder mehrköpfigem Wurzelstock. Grundständige Laubblätter nach der Blüte erscheinend,nicht überwinternd, 3-fach fiederspaltig mit schmal-linealen (1 bis 3 mm breit), zugespitztenEndlappen, samt den Stielen stark weisszottig behaart. Stengel aufrecht, dicht behaart, miteiner in lineale, behaarte Zipfel zerschlitzten Hochblatthülle. Blüten einzeln, nickend (seltenerfast aufrecht), mit 6 glockenförmig zusammenneigenden Blütenhüllblättern, hellviolettoder schwarzviolett (sehr selten gelblichweiss), aussen dicht seidig behaart, vorn umge-schlagen, 1,5 bis 2,5 (3) cm lang. Staubblätter gelb, zahlreich, nur ca. 1 J3 kürzer als dasPerigon. Fruchtknoten mit den Narben fast so lang als das letztere. Fruchtkopf auf sehrverlängertem Stiel aufrecht. Früchtchen länglich, samt dem bis zu 6 cm verlängertenGriffel dicht zottig behaart (Taf. 116, Fig. 4 a). IV bis VI (vereinzelt bis in den Herbst).

Ziemlich selten auf sonnigen Bergwiesen, trockenen, steinigen Abhängen, an Wald-rändern, auf sonnigen, sandigen Hügeln, Binnendünen, in trockenen Wäldern (besonders inin Kieferwäldern), auf Heidewiesen, an Eisenbahndämmen; in der Ebene und der Bergregion.Auf Kalk- und Sandböden. Fehlt im südlichen, westlichen, nordwestlichen und teilweiseim mittleren (südlich vom Thüringerwald) Deutschland, in Tirol, Salzburg, im Küstenlandsowie in der Schweiz.

Allgemeine Verbreitung: Südöstliches, mittleres und nördliches Europa(westlich bis Kärnten und Steiermark, Niederösterreich, Böhmen, Provinz Sachsen, Hannover,Mecklenburg, Holstein; nördlich bis Dänemark, südl. Skandinavien, Russisch-Polen), Sibirien.

A. pratensis lässt sich in die beiden folgenden Unterarten gliedern:

1. subsp. eu-pratensis Hegi. Blütenhüllblätter hellviolett, seltener rötlich, grünlichgelb oder weiss(Nordöstliches Deutschland: Ost- und Westpreussen, Posen, Pommern, Brandenburg, östliches Mecklenburg,Galizien, Russisch-Polen, westlichstes Russland). Hieher: f. gläbra J. Schmidt. Blütenhüllblätter völlig unbe-haart. f. atropurpürea J.Schmidt. Blütenhüllblätter innen tief schwarzviolett (vielleicht identisch mitsubsp. nigricans?). f. pällida J.Schmidt. Blütenhüllblätter sehr blass gefärbt, oft bläulichweiss. f. röseaJ. Schmidt. Blütenhüllblätter innen rot.

2. subsp. nfgricans (Störck) Kern. (= A. pratensis Roth, = A. nigricans Fritsch, = Pulsatilla nigricansBeck). Blütenhüllblätter schwarzviolett (Mitteldeutschland: Schleswig-Holstein, Mecklenburg, westl. Pommern,Brandenburg, Sachsen, Schlesien; Böhmen, Mähren, österr. Schlesien, Nieder- und Oberösterreich, Krain,Steiermark, Vorarlberg [Niedere im Bregenzerwald], Ungarn, südwestl.' Dänemark). Hieher: var. typicaBeck (= A. montäna Neilr. nee Hoppe, = A. pratensis L. var. pätula Pritzel). Blütenhüllblätter 20 bis 25 mmlang, bald nach auswärts gebogen und eine sternförmige, ausgebreitete Glocke darstellend (Normalform).var. mieräntha Beck (= A. pratensis Neilr.). Blütenhüllblätter kleiner, 15 bis 18 mm lang, dicht zusammen-schliessend, an der Spitze umgebogen. f. albiflöra Beck (= var. alba Tausch). Blüten weiss (Selten). Diese Art scheint überhaupt mehr als die übrigen Pulsatillen zu Bildungsabweichungen zu neigen.Bekannt ist Vergrünung der Petalen, petaloi'de Ausbildung der Staubblätter, offene und unfruchtbare Carpelle,Verdoppelung des Involukralkreises, Spaltung der Kelchblätter (f. schizocälyx Lange). Bei der f. bracteätaJ. Schmidt sind sämtliche Blütenteile, Staub- und Fruchtblätter eingeschlossen und in tief fiederteilige, deck-blattartige Blätter umgewandelt. A. pratensis ist eine ausgesprochene Immen- (= Hymenopteren) Blume, beiwelcher infolge der Proterogynie Selbstbestäubung ausgeschlossen ist. Die Antheren beginnen je nach derWitterung sich 2 bis 4 Tage nach den Narben zu entwickeln; die letzteren sind gleich beim Oeffnen der