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3 (1912) Dicotyledones : (I. Teil)
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Hälfte [noch 1848] des vorigen Jahrhunderts im Dammwalde nach Schwarzloch konstatiert; nach Scholz durcheinen Dammbruch zerstört). Fehlt in Baden, Württemberg, in Elsass-Lothringen, in der Rheinprovinz sowieim ganzen nordwestdeutschen Flachlande vollständig. Ausserdem hie und da verwildert, so bei München(Nymphenburger- und Schleissheimerpark), Erlangen (Schlosspark), in Schlesien (Jauer: Baritsch), bei Mannheim(Friedhof von Oftersheim, 1879 bis 1906), in Württemberg (Pleidelsheim im Oberamt Marbach, Hohenheim undPlieningen-Garbe bei Stuttgart), an der Mosel zwischen Schengen und Sierck, am Rhein bei Sayn und Irlichunweit Neuwied, bei Erfurt (an der wilden Gera), bei Weimar etc. In Oesterreich in den wärmeren Teilen(Böhmen, Mähren) vor allem im Süden und Osten ziemlich verbreitet; fehlt gänzlich nur in Salzburg,Schlesien, Nordtirol und Vorarlberg. .In Böhmen (Schlossberg bei Wittingau) verwildert. In der Schweizeinzig im mittleren Wallis und südlichen Tessin; ausserdem bei Orbe (Waadt) verwildert.

Allgemeine Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa, nördliches gemässigtes Asien.

Diese nicht rankende Clematis, welche im Mitteleuropa, speziell in Deutschland, eine typische, pan-nonisch-pontische Steppenpflanze (vgl. pag. 395) darstellt, zeigt eine entschiedene Vorliebe für die grossenStromläufe (Elbe [auch in Böhmen bei Aussig], Weichsel, Donau, Main). Da die Pflanze noch im russischenWeichselmittellaufe (Piotrowin, Opole usw.) vorkommt, ist es nach Scholz nicht ganz ausgeschlossen, dassdie in Ostpreussen jetzt erloschene Art unter Beihilfe des Weichselstromes sich wiederum einfinden könnte.Im Süden und Osten der Alpen erscheint C. recta sehr oft als Bestandteil der Quercus-pubescens Buschformation(pag. 113) in Begleitung (Niederösterreich) von Q. Cerris und sessilifiora, Castanea sativa, Ulmus campestris,Euonymus verrucosus, Corylus Avellana, Rhamnus cathartica, Staphylea pinnata, Cornus mas, Cotoneasterintegerrima, Lonicera caprifolium, Colutea arborescens, Juniperus communis, Carex Michelii, Polygonatum lati-folium (Bd. II, pag. 2^2), Iris graminea, Silene Otites, Adonis vernalis, Hesperis tristis, Lavathera Thuringiaca,Althaea pallida und A. cannabina, Siler trilobum, Geranium sanguineum, Agrimonia odorata, Dorycnium suffruti-cosum und herbaceum, Cytisus nigricans und hirsutus, Salvia nemoralis, Stachys rectus, Vincetoxicum officinale,Digitalis ferruginea und lanata, Melampyrum cristatum, Veronica Austriaca, Asperula glauca und tinctoria,Inula ensifolia und hirta, Artemisia Austriaca und Pontica, Lactuca quercina etc. Von den verschiedenenKulturformen haben Interesse: f. flore pleno mit gefüllten Blüten und f. foliis purpurei's (geht in denGärten unter dem falschen Namen C. glauca hört, nee Willd.) mit dunkelbraunroten (in der Jugend fast schwarz-roten) Blättern. Ebenso wurden schon Exemplare mit zweihäusigen Blüten (die weiblichen ohne Staminodien)beobachtet (f. Magnuaiäna O. Kuntze). Nach Loew beginnt die Blattbildung an jüngeren Sprossen mit

einigen (5) Paaren schuppenförmiger,eiförmiger Niederblätter, auf welche2 Paare von ungeteilten, eiförmigenLaubblättern folgen, welche den gewöhn-lichen gefiederten Laubblättern voraus-gehen. Die untersten derselben sindübrigens nur 3-zählig, die darauffolgenden5-zählig, während dann erst die späterauftretenden die normale Siebenzahl derBlattfiedern aufweisen.

1092. Clematis Viticella 1 ) L.

Italienische Waldrebe.

Franz.: Clematite fausse vigne,

C. bleue; ital.: Viticella, vitalba

paonazza. Fig. 668 a bis c.

Ausdauernd, bis 3 (6) mhoch. Stengel kletternd, ver-holzend, stark gerillt. Laubblättergegenständig, lang gestielt, ran-kend, unpaarig gefiedert mit ei-förmigen, ganzrandigen, kurz-gestielten Blättchen oder doppeltgefiedert mit 3-teiligen bis 3-ge-

Fig. 668. a bis d ClematisViticellaL, a Habitus (!/3 natürl. Grösse), b Frucht-stände, c Teilfrucht. d Keimpflanze von C. Vitalba L.

l ) Der Name erscheint zuerst bei Isidorus und stellt wohl das Deminutiv von Vitex dar(Vitex Agnus Castus).